Station 4: Meilensteine
Der Krankenhausbau hat seit 1950 einen fundamentalen Wandel durchlaufen, der von funktionaler Kälte hin zu einer heilungsfördernden "Healing Architecture" reicht. In den 1950er bis 1970er Jahren dominierten große, pavillonartige Komplexe oder sterile Hochhauskliniken, die stark an Fabriken erinnerten. Besonders im psychiatrischen Bereich waren dies oft geschlossene Anstalten, die auf Kontrolle und Verwahrung ausgelegt waren, oft überfüllt und dehumanisierend.
Mit der Psychiatrie-Enquête 1975 und dem Aufkommen der Sozialpsychiatrie änderte sich der bauliche Ansatz radikal: Weg von der Anstalt, hin zur gemeindenahen Versorgung. Das Ziel war Deinstitutionalisierung. Psychiatrische Kliniken wurden kleiner, offener und oft als Tageskliniken oder als Abteilungen in Allgemeinkrankenhäuser integriert.
Der neue Baustil ist "menschenfreundlich": Helle, offene Räume, Naturbezug, wohnliche Materialien und integrierte Rückzugsorte sollen Wohlbefinden fördern und Stress reduzieren. Die Architektur selbst wird als Teil des therapeutischen Prozesses verstanden, um Patienten Würde und Normalität zurückzugeben, anstatt sie zu isolieren. So verbindet sich auch in den Heilstätten Sonnenberg hohe Funktionalität mit psychologischer Geborgenheit.

Bettenhaus
