Station 3: Foyer
Im Boden eingelassen befindet sich eine Zeitkapsel aus dem Jahr 2016. Eine Zeitkapsel im Neubau dient traditionell dazu, zeittypische Gegenstände und Nachrichten für zukünftige Generationen zu bewahren und dem Bauherrn sowie den Bewohnern Glück zu bringen.
„Der Sonnenberg blüht auf“ hatten die Verantwortlichen bei der Grundsteinlegung knapp zwei Jahre vorher versprochen. Entstanden ist ein hohes und freundliches Foyer, von viel Licht durchflutet. Die Halle mit Lichthof ist ein wunderbarer Platz für Kunst, eine Begegnungsstätte und natürlich Anlaufpunkt für Patienten, Besucher und Mitarbeitende.
Mit einer Bauzeit von 7 Jahren und einer Investition von über 20 Millionen Euro wurde nicht nur das seit 1965 bestehende Bettenhaus renoviert. Mit rund 2500 qm Umbau- und 6700 qm Neubaufläche entstand deutlich mehr Platz für Patienten und Beschäftigte. Somit wurde ebenso der praktische Nutzen für die Klinik gesteigert, als auch dem psychischen Wohlbefinden mehr Raum gegeben. Das neue Gesicht des Sonnenbergs! Die Verantwortlichen hatten nicht zu viel versprochen.
Der Beginn des Zweiten Weltkrieges hatte für die Heilstätte Sonnenberg die Schließung und Evakuierung zur Folge.

Zeitkapsel
In den folgenden Jahren wurden die Heilstätten nicht nur starkem Artilleriebeschuss ausgesetzt, sondern auch geplündert. Sämtliche medizinischen Geräte und Einrichtungsgegenstände waren entwendet, das Dach abgedeckt, Fenster ausgebaut, Fußbodenbelag entfernt worden uvm. Die kurzzeitige gemeinsame Verwaltung mit der Landesversicherungsanstalt endete 1935, und somit sah sich der Landkreis Saarbrücken als alleiniger Träger der Heilstätten einer unüberwindbaren Aufgabe ausgesetzt.
Auf der einen Seite stand ein auf Jahre hinaus angenommener Bettenbedarf in der Tuberkulosebehandlung, auf der anderen Seite ein enorm hoher Investitionsbedarf. Die Geburtsstunde der heutigen Saarland-Heilstätten GmbH (kurz SHG)! Am 12. Juli 1947 schlossen sich die Landesversicherungsanstalt des Saarlandes, die Saarknappschaft, die Verwaltungskommission des Saarlandes, vertreten durch das Mitglied für Arbeit und Wohlfahrt, und der Landkreis Saarbrücken als SHG zusammen zur gemeinsamen Trägerschaft der Heilstätten.
Die Wiedereröffnung der Heilstätten erfolgte sehr improvisiert. Das benötigte Röntgengerät wurde geliehen. Geheizt wurde erst mit Eintreffen der Patienten im Dezember 1947, während die Küche ihr Brandmaterial aus Restbeständen des Minensuchkommandos entnahm, das vor Wiedereröffnung der Heilstätte im Gebäude einquartiert war.
In der Bilanz des Geschäftsjahres 1948 wurden aber bereits 6.549.842 ffrs als Wiederaufbaukosten aufgeführt. Basierend auf dem historischen Wechselkurs entspräche diese Summe rd. 10.000 €. Da die Inflation in Frankreich insbesondere in den 1950er Jahren extrem hoch war, ist der reale Kaufkraftwert von 6,55 Millionen Francs aus 1948 heute deutlich höher als nur 10.000 Euro. Der Betrag entspräche eher einer Summe im mittleren bis oberen fünfstelligen Euro-Bereich, um die gleiche Kaufkraft zu besitzen. Undenkbar, heutzutage auch nur ein Patientenzimmer für diese Summe zu errichten!
Im Laufe der nächsten Jahre vergrößerte sich die Heilstätte kontinuierlich. Dazu wurden u.a. die Schwesternwohnräume im Dachgeschoss des Haupthauses in Krankenzimmer umgewandelt. Seit 1948 befindet sich die Heilstätte Sonnenberg somit in einem steten Wandel, um den Anforderungen einer optimalen Patientenversorgung zu entsprechen. Am Standort Sonnenberg haben die Kliniken heute über 400 Klinikbetten, rd. 40 Plätze für teilstationäre Behandlung und ambulante Anlaufstellen. Die Reha-Einrichtungen ergänzen das Angebot mit weiteren 140 Betten und 50 teilstationären Plätzen.
Im sog. Gebäude 1 links von Ihnen sehen Sie die wesentlichen Entwicklungsschritte dargestellt.
