Station 2: Kaiser Wilhelm Frauenheilstätte
Tuberkulose war neben der Spanischen Grippe eine der am meisten gefürchteten Krankheiten, die in Deutschland die Sterblichkeitsraten in die Höhe trieb. Mangels wirksamer Medikamente war die wichtigste Maßnahme die Unterbringung in Tuberkulose-Heilstätten. Dort wurden die Patienten "isoliert", um eine Ansteckung der gesunden Bevölkerung zu verhindern, und durch Liegekuren, frische Luft und gute Ernährung behandelt.
In erster Linie waren Männer von der Tuberkulose betroffen, aber natürlich nicht ausschließlich. Mit wachsender Aufklärung zur Bekämpfung der Tuberkulose mehrte sich auch die Forderung nach einer Behandlung lungenkranker Frauen. Förderlich war natürlich, dass ab 1914 speziell Ehefrauen, als bislang versicherungsfreie Familienangehörige, berechtigt waren, über die Orts- und Betriebskrankenkassen Krankenhauspflege zu erhalten. Und die industriellen Unternehmen hatten ihrerseits ein starkes Interesse daran, Tuberkulose wirksam zu bekämpfen.
In Folge wurde also beschlossen, für einen Betrag von 390.000 Mark die Heilstätte Sonnenberg um eine Frauenabteilung zu ergänzen. Anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelms bat man um die Erlaubnis, der Frauenheilstätte seinen Namen zu geben. Am 3. Mai 1913 wurde diese Genehmigung erteilt. Die Kaiser Wilhelm Frauenheilstätte legte einen holprigen Start hin.

Haus 10
Kaum errichtet, wurde sie nach Ausbruch des Krieges 1914 von der Militärverwaltung in Anspruch genommen. Erst 1919 konnte der Zivilbetrieb wieder aufgenommen und damit die Frauenheilstätte ihrer eigentlichen Bestimmung zugeführt werden. Sie umfasste 53 Betten und fand großen Zuspruch.
Sie stehen hier in der ehemaligen Frauenheilstätte. Das einzige Gebäude aus den Anfängen der Heilstätte Sonnenberg, das noch erhalten ist. Heute beherbergt das sogenannte Gebäude 10 die Geschäftsführung der Saarland-Heilstätten GmbH sowie Teile der Verwaltung der SHG-Kliniken Sonnenberg. Die nächste Station führt uns nun in das Innere der Kliniken.
