Station 8: Außenanlage

Bei Kriegsbeginn im Jahre 1939 wurde in dem grenznahen Stiftswald ein Verteidigungssystem mit umfangreichen Minenfeldern angelegt. Diese Verteidigungsstellungen wurden jedoch noch vor Beginn der Westoffensive von französischen Truppen, die ihre Stellungen bis zum nordostwärts gelegenen Waldrand und bis zum St. Arnualer Friedhof vorverlegten, eingedrückt. In dieser Zeit wurden die auf den Höhenzügen des Stiftswaldes am Tiefental und am Römischen Kopf von deutschen Truppen verlegten Minensperren von französischen Truppen geräumt. Aufgrund der veränderten Frontlinie legten sie jedoch neue Sperren an.

Nach Beendigung des Westfeldzuges und nach dem Waffenstillstand mit Frankreich waren deutsche Pioniereinheiten in den Stiftswald zum Räumen von Minen und Drahthindernissen abgestellt. Im Jahre 1944, nach der Invasion, wurde der Stiftswald unter Einbeziehung in das Verteidigungssystem des Westwalls von deutschen Truppen erneut vermint.

Aufgrund besonderer Umstände wurde – im Gegensatz zu sonstigen Frontabschnitten, wo die Front vor dem eigentlichen Westwall stabilisiert werden konnte – der Stiftswald mit der Heilstätte Sonnenberg in die amerikanische Frontlinie einbezogen und bot Winterstellung und neue Ausgangsbasen für die Truppe. Diese sicherte nun wieder ihre Stellungen durch Minenriegel.



Im Jahre 1945/46 ließ die Stadt Saarbrücken im Stiftswald Räumungen durchführen. Auch hat dort zeitweise ein deutsches Kriegsgefangenenkommando Minen gesucht. Diese Arbeiten erstreckten sich allerdings fast ausschließlich auf die Freimachung von Abfuhr- und Grenzwegen.

Ab November 1946 wurde der Stiftswald aus dem Abschnitt des ehemaligen Kriegsgefangenenkommandos herausgenommen und die gesamten Arbeiten dem Entminungskommando des Arbeitsministeriums übertragen. Diese Feststellungen und die Erfahrung, dass Kampftruppen Minen nur dann räumen, wenn dies infolge von Kriegsereignissen unumgänglich ist, lassen die Schwierigkeiten erkennen, die bei der Durchführung der Entminungsarbeiten zu überwinden waren.

Im Verlauf der 1946 eingeleiteten Suchaktionen wurden vom Entminungskommando 966 Minen festgestellt, geräumt und unschädlich gemacht. Auch nach der einjährigen Sucharbeit fanden sich anschließend noch weitere Minen, bis der Stiftswald durch die Behörde endlich für minenfrei erklärt werden konnte.  Dies war dann der Startschuss für den Wiederaufbau der Heilstätte.

Sie können nach ca. 100 Metern den Weg rechts wählen und gelangen direkt zur Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Sie gehen tiefer in den Wald und gehen einen größeren Bogen an der Waldhütte vorbei. Dort finden Sie noch weitere Informationen.