Station 7: Ellenruth von Gemmingen Klinik (EvG Klinik)
Die Bekämpfung der Tuberkulose schritt in den 50er Jahren zügig voran. Der Bedarf an entsprechenden Heilstätten sank, und die Heilstätte Sonnenberg hielt dem Vergleich mit modernen Sanatorien nicht mehr stand. 1955 wurde eine gründliche Modernisierung der Bausubstanz beschlossen. Und während eine neue Heizzentrale, eine zeitgemäße Großküche und ein moderner Behandlungstrakt Gestalt annahmen, verstärkten sich die Bedenken gegen den Erhalt der Lungenheilstätte. Damit die neuen Funktionsgebäude einerseits und der attraktive Standort andererseits nicht ungenutzt bleiben sollten, akzeptierten die Gesellschaften den Vorschlag der Landesregierung, die Heilstätte Sonnenberg als Krankenhaus für physisch und psychisch kranke alte Menschen zu nutzen. So entstand von 1962 bis 1965 auf dem Sonnenberg das erste geriatrische Krankenhaus in Südwest-Deutschland.
In der Klinik für Geriatrie sollte später eine ganz besondere Patientin Heilung erfahren. Ellenruth, Freiin von Gemmingen-Hornberg (* 28.6.1923, † 28.11.2016) war eine Enkelin des Industriellen Hermann Röchling. Sie lebte ab 1988 im Saarbrücker Wohnstift Reppersberg. Dort fühlte sie sich nicht nur als Bewohnerin gut aufgehoben, sondern unterstützte auch selbst aktiv die Belange ihrer Mitbewohner. Frau von Gemmingen war eine couragierte Frau mit großem persönlichem und sozialem Engagement. Ein Leiden in ihrer Jugend – Neurodermitis – wurde naturheilkundlich erfolgreich behandelt.

Eingangsbereich Ellenruth von Gemmingen Klinik
Diese Erfahrung bestärkte sie, später eine Stiftung zu gründen mit dem Ziel, die Entwicklung von Naturheilverfahren in Zusammenarbeit mit der Schulmedizin zu fördern, insbesondere auf dem Gebiet der Geriatrie. Die Ellenruth von Gemmingen Stiftung wurde 1993 mit einem Stiftungskapital von zwei Millionen DMark gegründet. Die mit Mitteln der Stiftung errichtete Ellenruth von Gemmingen Klinik konnte im August 2008 in Betrieb gehen. Gemäß dem Zweck der Ellenruth von Gemmingen Stiftung werden die Patienten nach bewährtem schulmedizinischem Konzept unter integrativer Einbeziehung von
Naturheilverfahren behandelt. Dazu bietet sich ihnen eine Infrastruktur, die dafür geschaffen ist, ein aktives Miteinander sowie eine innere Einkehr zu ermöglichen.
Aufgrund der vorhandenen topografischen Situation sowie des vorhandenen Baugrundes wurde der Neubau auf Pfählen stehend errichtet. Eine weitere Besonderheit des Baus ist die Beachtung von Feng Shui, der uralten chinesischen Lehre vom Leben und Wohnen in Harmonie. Feng Shui ist bemüht, jede Situation im Leben zu optimieren. Eine Veränderung in einem Lebensbereich wirkt sich auch auf andere Lebensbereiche aus: Alles ist mit allem verbunden.
Entsprechend wurde auch das Außengelände mit der Klinik verbunden. Aus jedem Zimmer und natürlich dem gemeinsamen Marktplatz können Balkon oder Park mit Teichanlage betreten werden. Der Anblick des Wassers und die beruhigenden Geräusche können Stress und Ängste reduzieren. Die Naturkulisse lädt zum Entspannen ein, was zur mentalen Erholung beiträgt und das psychische Wohlbefinden fördert. Das Beobachten der Fische, Pflanzen und Insekten fördert die Achtsamkeit und lenkt von körperlichen Schmerzen oder Sorgen ab. Zudem wird die Luftqualität durch die Feuchtoase verbessert, was besonders bei Atemwegsproblemen angenehm sein kann. Insgesamt bietet das Außengelände eine therapeutische Umgebung, die sowohl den Geist entspannt als auch die körperliche Genesung unterstützen soll. Die Kliniken Sonnenberg wären ohne die wunderschöne Umgebung, die man z. B. bei einem Spaziergang zum jüngsten Klinikgebäude genießen kann, wesentlich ärmer.
