Klinik für Neurologie mit Stroke Unit, Früh-Reha und Schmerzklinik

Prof. Dr. med. Matthias Strittmatter
Ärztlicher Direktor
Chefarzt
Facharzt für Neurologie
Schwerpunkte: Schlaganfallversorgung, Neurophysiologie und Sonographie peripherer Nerven, Spezielle Schmerztherapie, Parkinsonkomplextherapie


Behandlung der Multiplen Sklerose in Zusammenarbeit mit dem MVZ Losheim und dem MVZ Merzig, Muskelerkrankungen mit Muskelbiopsie


Herzlich Willkommen auf der Webseite unserer neurologischen Klinik. Schön, dass Sie sich für uns interessieren. Unsere Klinik wurde mit der Eröffnung des Klinikums Merzig 1998 mit zunächst 40 Betten gegründet. Im Laufe der Jahre ist sie auf 63 Betten angewachsen und hat neben der Eröffnung einer neurologischen Frührehabilitation 2015 weitere diagnostische (Nerven-Muskel-Sonographie) und überregional beachtete therapeutische (multimodale Schmerztherapie, Parkinsonkomplextherapie) Schwerpunkte etablieren können.

Das Fachgebiet der Neurologie umfasst Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskeln. Da neurologische Erkrankungen häufig den gesamten Körper betreffen, werden Sie fachübergreifend und teamorientiert betrachtet, um zu einer möglichst umfassenden Diagnose und Therapie zu kommen. Unsere Behandlung orientiert sich zum einen natürlich an der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnislage, zum anderen aber auch an einer patientenzentrierten Arbeitsweise und Haltung. Sollten Sie sich für spezielle Aspekte interessieren, verweisen wir Sie auf weitere Themen unserer Seite.

Die praktische und theoretische Ausbildung von Medizinstudenten unterschiedlicher Semester (Famulatur, PJ) war und ist uns eine Herzensangelegenheit.


Sprechzeiten

Montag bis Freitag 8 bis 16 Uhr


Ambulanztermine

Termine nach Vereinbarung

Botulintoxin-Behandlung im MVZ Merzig


Kontakt

Sekretariat
Sandra Engel, Natascha Heinen
Telefon +49(0)6861/705-1651
Telefon +49(0)6861/705-1654
Fax +49(0)6861/705-1686
sekretariat.neurologiethou-shalt-not-spammzg.shg-kliniken.de

Muskelkrankheiten (stationärer Aufenthalt)
Pain Nurse
Sabine Rauch-Erbel
Telefon +49(0)6861/705-691189


Adresse

Klinikum Merzig
Trierer Straße 148
D-66663 Merzig


Neurologie mit Stroke Unit, Früh-Reha und Schmerzklinik

  • Schlaganfall
  • Multiple Sklerose und Borreliose
  • Meningitis, Encephalitis
  • Morbus Parkinson und andere Bewegungsstörungen
  • Morbus Alzheimer und andere Demenzkrankheiten
  • Epilepsie
  • Akuter und chronischer Schwindel und dessen Abklärung
  • Degenerative Wirbelsäulenerkrankung (z.B. Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalverengungen)
  • Hirntumoren
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Diagnostik und Behandlung von akuten und chronischen Schmerzzuständen (z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen)
  • Polyneuropathien
  • Ultraschalldiagnostik mit extra- und intrakraniellem Farbduplex sowie continuous und pulsed wave Doppler
  • EEG (Elektroencephalogramm)
  • NLG (Nervenleitgeschwindigkeit)
  • MEP (Magnetisch evozierte Potenziale)
  • VEP (Visuell evozierte Potenziale)
  • SEP (Somatosensibel evozierte Potenziale)
  • AEP (Akustisch evozierte Potenziale)
  • EMG (Elektromyographie)
  • Nerven-Sonographie
  • Laborchemische Blut- und Liquordiagnostik
  • Computergestütztes EKG zur Früherkennung von Vorhofflimmern
  • Videolaryngoskopie (FEES)
  • MESAM ("Schlaflabor")
  • Neurologische Intensivmedizin
  • Akutbehandlung und frühe Rehabilitation des Schlaganfalls auf einer Schlaganfallspezialstation (Stroke Unit)
  • Moderne Behandlungsstrategien bei sämtlichen neurologischen Krankheitsbildern, insbesondere Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer, Anfallsleiden u.v.a.
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie incl. Schluckdiagnostik (FEES) und -therapie
  • multimodale Schmerztherapie
  • Botulinumtoxinbehandlung von Bewegungsstörungen
  • Multiprofessionelles Team aus spezialisierten Pflegekräften, Krankengymnasten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern
  • Neuropsychologie (z.B. erweiterte Demenzdiagnostik)

Stroke Unit – Schlaganfallbehandlung

In der Diagnostik spielt die Computertomographie und Kernspintomographie des Kopfes, sowie Ultraschall-Untersuchungen der hirnversorgenden Gefäße am Hals und an der Schädelbasis die größte Rolle.

Manchmal ist auch eine radiologische Darstellung der Hirngefäße mittels Angiographie, bei der Kontrastmittel direkt in große Hirnarterien gespritzt wird, erforderlich.

Daneben müssen bei einem Schlaganfall auch das Herz und der Kreislauf genau untersucht und z.B. ein Herzinfarkt oder eine Herzschwäche ausgeschlossen werden.

Embolie (Blutgerinnsel)-Quellen im Herzen können mittels Herzultraschall (durch die Brust = transthorakal, oder durch die Speiseröhre mit einer dünnen optischen Sonde = transösophageal) gesucht werden. Daneben muss Diagnostik bei der Suche und Behandlung von Risikofaktoren eingesetzt werden (24-Stunden-Blutdruckmessung und EKG-Messung, Stoffwechseluntersuchungen auf Diabetes und erhöhte Blutfette, etc.).

Die Akuttherapie muss schnellstmöglich beginnen, "time is brain".

Ziel der Therapie muss sein, die rasche Wiedereröffnung der verstopften Gefäße zu erreichen. Innerhalb der ersten 4  Stunden nach Beginn eines Schlaganfalls ist dies mit einer medikamentösen Therapie (sog. Thrombolyse) möglich.

Je früher die Therapie beginnt, umso mehr Hirngewebe kann gerettet werden! Daher sollte der Patient schnellstmöglich auf die hiesige "Stroke Unit" (Schlaganfallspezialstation) mittels Rettungsdienst gebracht werden, alle erforderlichen Untersuchungen werden im Krankenhaus durchgeführt und die Therapie eingeleitet.

Merzig verfügt über eine regionale Stroke Unit und ist damit gut auf die Versorgung von akuten Schlaganfallpatienten eingestellt.

Neben der Behandlung mittels Lysetherapie werden auf der Stroke Unit Blutdruck, Puls, EKG, Blutzucker, Atmung mittels Monitor engmaschig kontrolliert und in Kooperation mit den Kollegen anderer Fachabteilungen insbesondere der Kardiologie eingestellt.

Nicht abwarten, dass (hoffentlich) alles wieder gut wird, sondern sofort den Rettungsdienst "112" verständigen!

Früh-Rehabilitation Phase B

Zurück ins Leben. Wir helfen Ihnen dabei.

Nichts ist mehr wie früher – ein Schicksalsschlag hat aus heiterem Himmel Ihren Lebensweg gekreuzt. Nun gilt es, mit vereinten Kräften Verlorenes wieder neu zu erlernen. Dabei wollen wir Ihnen mit unserer Kompetenz, unserem Engagement und unserer Zuwendung einen Weg zurück ins Leben eröffnen.

Folgen von Verletzungen des Gehirns und Beeinträchtigungen durch einen Schlaganfall oder eine Hirntumoroperation können heute dank weitreichender medizinischer Fortschritte durch gezielte Rehabilitationsmaßnahmen beseitigt oder erheblich verbessert werden.

Unser Gehirn verfügt über eine immense Lern- und Umstellungsbereitschaft, die sogenannte Plastizität, die wir mit unserem Angebot der neurologischen Frührehabilitation zu Ihrem Wohl nutzen wollen. Je früher die interdisziplinäre Therapie einsetzt, desto besser sind die Heilungschancen mit der Möglichkeit einer Wiedereingliederung in Familie oder Beruf.

Auf unserer eigens eingerichteten Station mit Ein- und Zweibettzimmern, die intensivmedizinischen Ansprüchen entsprechen, behandelt Sie ein interdisziplinäres Team aus erfahrenen Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten – individuell und ganzheitlich auf hohem medizinischen Niveau.

Die behandelnden Ärzte sind erfahren in der intensiv-medizinischen Betreuung von Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen.

Im Rahmen der neurologischen Frührehabilitation behandeln wir Patienten jeden Alters mit unterschiedlichen neurologischen Krankheitsbildern und Schweregraden, und zwar Patienten

  • Mit Schlaganfällen
  • Mit Hirnblutungen
  • Mit schweren Schädigungen des peripheren Nervensystems (z.B. Critical-Illness-Polyneuropathie)
  • Mit Hirnschädigung durch Atem-Kreislauf-Stillstand
  • Mit schweren und schwersten Schädelhirnverletzungen
  • Mit schweren entzündlichen Erkrankungen des Gehirns
  • Nach Schädelhirnoperationen

Ausschlusskriterium ist eine noch andauernde Beatmungspflicht des Patienten. Wir behandeln auch tracheotomierte Patienten, die nicht mehr beatmet werden müssen.

Ebenso nehmen wir Patienten auf, die noch mit einer Ernährungssonde (PEG), einem zentralvenösem Katheter oder einem suprapubischem Blasenkatheter versorgt sind.

Unsere neurologische Frührehabilitation der Phase B folgt einem ganzheitlichen, interdisziplinären biopsychosozialen Konzept, das den Patienten und seine Nächsten als Partner begreift. Der gemeinsam mit dem Patienten erstellte individuelle Rehabilitationsplan zielt auf die Beseitigung oder Verbesserung der Krankheitsfolgen im beruflichen und privaten Alltag und hilft zugleich bei der seelischen Bewältigung der Erkrankung.

In allen Phasen der Rehabilitation erfolgt die Behandlung nach einem ganzheitlichen Therapiekonzept, das von Mitarbeitern der verschiedenen Berufsgruppen getragen wird. Alle therapeutischen Mitarbeiter arbeiten eng zusammen.

In regelmäßigen Teamkonferenzen werden die Rehaziele definiert, Behandlungswege geplant und Behandlungsprozesse und Ergebnisse als Ganzes erörtert.

Der Schwerpunkt der Physiotherapie liegt in der aktiven Behandlung von unterschiedlichen Bewegungsstörungen. Neben traditionellen Behandlungsmethoden (Bobath etc.) kommen vor allem auch moderne, in ihrer Wirksamkeit nachgewiesene Behandlungsverfahren zum Einsatz (z. B. Stehtrainer, repetitives Handtraining).

In der Ergotherapie werden das motorisch funktionelle Training für Arme und Beine und ein umfassendes Alltagstraining durchgeführt. Von der Situation abhängig kommen die Verbesserung der feinmotorischen Fertigkeiten der Hand, das Training der sensiblen Wahrnehmung, die positive Beeinflussung komplexer motorischer Störung und die Hilfsmittelversorgung hinzu.

In der Logopädie werden Störungen der sprachlichen und nicht-sprachlichen Kommunikation behandelt. Hinzu kommen die wichtige Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen. Das moderne Verfahren der Schluckendoskopie (FEES) hilft dabei, frühzeitig Schluckstörungen zu diagnostizieren. Die Nahrungszusammensetzung kann so individuell festgelegt werden,  um gefährlichen Lungenentzündungen durch Verschlucken vorzubeugen.

Neuropsychologen behandeln Störungen höherer Hirnleistungsfunktionen wie z.B. Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Konzentration, des planvollen Handelns und der Orientierung. Darüber hinaus unterstützen sie Patienten und Angehörige bei der Krankheitsbewältigung. Die Mitarbeiter des Sozialdienstes beraten und unterstützen bei der Klärung von Anspruchsvoraussetzungen gegenüber Krankenkassen, der Einleitung von Hilfen zur medizinischen Nachsorge, der Einlegung von Hilfen zur medizinischen Nachsorge (Phase C) und bei der Wiedereingliederung in das berufliche und das häusliche Umfeld. Das therapeutische Angebot ist durch Seminare und individuelle Beratung zu gesundheitsbewusster Lebensführung und zum Umgang mit der Erkrankung abgerundet.  

Sollte es zu einem Notfall kommen, gewährleistet unsere interdisziplinäre Intensivstation eine rasche und kompetente Versorgung. Für die Behandlung häufig bestehender Begleiterkrankungen stehen Fachärzte für Innere Medizin sowie andere kooperierender Fachabteilungen zur Verfügung. Die Behandlungskonzepte werden regelmäßig an den aktuellen Kenntnisstand der modernen Rehabilitationsneurologie angepasst.

Unsere Krankenpflege ist aktivierend und auf die persönlichen Ressourcen der Patienten ausgerichtet. Mitarbeiter des Pflegeteams helfen, Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Sie arbeiten mit den übrigen therapeutischen Berufsgruppen Hand in Hand.

Frühzeitig binden wir die Angehörigen ein. Es ist unser Anliegen, unser Ansporn und unsere Verpflichtung, dass wir Ihnen und Ihren Angehörigen mit aller notwendigen Professionalität, mit menschlicher Wärme und mit Zuwendung begegnen, damit Sie schnell wieder zurück ins Leben finden.

Multimodale Schmerztherapie

Menschen mit chronischen Schmerzen bedürfen einer speziellen Versorgung, da es häufig zu ausgeprägten Beeinträchtigungen im Alltagsleben kommt. Auch kann die ambulante Versorgung oftmals nicht alle Aspekte abdecken oder der Betroffene hat durch seine Erkrankung an Mobilität verloren, wodurch viele Möglichkeiten der ambulanten Therapie eingeschränkt sind.

Daher bedarf es eines individuell aber breit gefächerten Therapiekonzeptes was im Rahmen einer multimodalen stationären Schmerztherapie ermöglicht wird.

Anhand des sogenannten biopsychosozialen Modells wird versucht, dem Schmerz auf ganzheitlicher Ebene zu begegnen und durch das Erfassen aller Einflussfaktoren (körperliche Ursachen des Schmerzes, Auswirkungen des Schmerzes auf Körper und die Seele, Folgen für das soziale Umfeld, unter Umständen berufliche Auswirkungen) und der bisherigen Krankheitsgeschichte den Menschen in seiner Situation bedarfsangepasst medizinisch zu betreuen.

Hierzu wird im gemeinsamen Gespräch von Patient  und Arzt eine realistische Einschätzung des Therapieziels vorgenommen. Ermöglicht wird dann das Erreichen dieses Zieles durch eine kompetente, einfühlsame und aktivierende Versorgung mithilfe eines multiprofessionellen Teams.

  • Chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen (Migräne, Trigeminusneuralgie, Spannungskopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz, …)
  • Polyneuropathie
  • Schmerzen bei/nach Gürtelrose (Postzosterneuralgie)
  • Komplex regionales Schmerzsyndrom
  • Rückenschmerzen (z.B. Spinalkanalstenose, chronische Schmerzen bei Bandscheibenvorfall, …)
  • Schmerzreduktion
  • Verbesserung der Belastbarkeit im Alltag
  • Steigerung der Lebensqualität
  • Ggf. Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit
  • Verbesserter Umgang mit Schmerz: Schmerzbewältigungstraining
  • Erkennen von eigenen Ressourcen und körperlicher Aktivierung
  • Übernahme von Eigenverantwortung
  • Abbau von Angst und Depression als Schmerzverstärker
  • Optimierung der medikamentösen Therapie
  • Therapieplanung nach der Entlassung
  • Individuelles Verständnis der Schmerzerkrankung
  • Akzeptanz des Verzichts (größtenteils) auf passive Verfahren (z. B. Massagen)

Die Versorgung wird durch einen ärztlichen Schmerztherapeuten geleitet und umfasst die medikamentöse Therapie, welche bei speziellen Fragestellungen durch interventionelle Verfahren, wie Facettengelenksinfiltrationen im Bereich der Wirbelsäule oder regionalanästhesiologische Verfahren ergänzt wird sowie ggf. die Einleitung und Durchführung ergänzender diagnostischer Verfahren zur Ursachenabklärung der Schmerzsymptomatik.

Die ganzheitliche Betreuung, die Begleitung  und therapeutische Mitorganisation gewährleistet ein engagiertes und speziell geschultes Pflegepersonal. Die Aromatherapie ist Teil des therapeutischen Spektrums der pflegerischen Anwendungen. 

Die physiologische Abteilung übernimmt die Organisation und Durchführung physikalischer Maßnahmen (u.a. Fango, Massagen, Tens, …) sowie die gezielte körperliche Beübung, z. B. muskulärer Imbalance durch Rückenschule. Hierbei spielt die Förderung und das Wiedererlangen der Eigenaktivität und Selbstständigkeit eine große Rolle.

Die psychosomatischen Aspekte der Erkrankung werden durch den psychologischen Dienst in regelmäßigen Sitzungen besprochen. Hierdurch werden Ressourcen genutzt und Problemfelder im Zusammenhang mit Schmerzwahrnehmung und Schmerzverarbeitung bearbeitet.

Im Falle beruflicher Fragen (z.B. Wiedereingliederung) oder weiterer sozialrechtlicher Problemkonstellationen in Verbindung mit der Schmerzsymptomatik besteht die Möglichkeit einer kompetenten Beratung durch die Mitarbeiter des Sozialdienstes.

Parkinson-Komplextherapie

Die Parkinson-Erkrankung steht nicht still

Parkinsonsyndrome zählen mit geschätzten 300.000 bis 400.000 Patienten in Deutschland zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie treten meist zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr auf und führen zu Beginn vor allem zu motorischen Einschränkungen. Diese sind bei den meisten Patienten mit wenigen, gut verträglichen Medikamenten zunächst zu lindern.

Da es sich beim Parkinson jedoch nicht um eine Erkrankung handelt, die „ausheilen“ kann, kommen im Verlauf immer wieder neue Symptome hinzu. Hierbei treten auch nicht-motorische Beschwerden wie Fehlwahrnehmungen, Schlaf-, Gedächtnis- und Kreislaufregulationsstörungen auf.

In den letzten Jahren hat sich das Verständnis der Erkrankung deutlich verbessert, womit einfachere Behandlungsansätze in den Vordergrund getreten sind. Trotzdem ist die ambulante Behandlung ab einem bestimmten Krankheitsstadium häufig nicht mehr ausreichend.

Höhere Dosierung von Medikamenten, ein Hinzunehmen weiterer Wirkstoffe und eine Anpassung der Einnahmezeiten werden dann notwendig und bedürfen häufig einer vorübergehenden, engmaschigeren Betreuung des einzelnen Patienten.

Aufgrund der beschriebenen Punkte wird häufig ein stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig. Hier bietet das Klinikum Merzig die sogenannte Parkinson-Komplexbehandlung an.

Dabei handelt es sich um ein stationäres Therapieangebot von zwei bis drei Wochen Dauer, bei dem eine intensive therapeutische Beübung parallel zu einer medikamentösen Einstellung und ggf. weiteren Untersuchungen erfolgt.

Die wöchentliche Beübungszeit umfasst mindestens siebeneinhalb Stunden, in denen Sie als Patient von einem Team aus Ergo-, Physio- und Sporttherapeuten, Logopäden, Pflegekräften und Ärzten in Einzel- und Gruppentherapien betreut werden. Dabei wird der Therapieplan auf Ihre individuellen Beschwerden und Einschränkungen, die im Rahmen Ihrer Erkrankung bestehen, abgestimmt.

Zusätzlich wird die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt zusammen mit Ihnen und Ihren Angehörigen geplant und ggf. die häusliche Versorgung zusammen mit unserem Sozialdienst optimiert.

Man unterscheidet die typische Parkinson-Erkrankung von den sogenannten atypischen Formen. Zur zweiteren zählen die progressive supranukleäre Paralyse, die Multisystematrophie, die Lewy-Körperchen-Erkrankung und die corticobasale Degeneration.

Sowohl wenn Sie an einer typischen als auch an einer atypischen Parkinson-Erkrankung leiden, können Sie am Programm der Komplexbehandlung teilnehmen. Hierbei ist die Behandlung insbesondere bei mittelschwer bis schwer betroffenen Patienten sinnvoll, um einen Verlust der alltäglichen Selbstständigkeit zu verhindern. Bei nur leichter Betroffenheit genügt zumeist eine ambulante oder kürzere Behandlung.

Die Komplexbehandlung kann nicht angeboten werden bei sogenannten symptomatischen Parkinson-Syndromen, also Erkrankungen, die einer Parkinsonerkrankung ähneln, jedoch eine andere Ursache haben. Selbstverständlich ist bei diesen Patienten dennoch eine Behandlung ihres Krankheitsbildes während eines normalen, stationären Krankenhausaufenthaltes im Klinikum Merzig möglich.

Generell ist bei schwer betroffenen Patienten eine Komplexbehandlung einmal pro Jahr gerechtfertigt. Im Einzelfall kann auch eine häufigere Behandlung sinnvoll sein. Gerne können Sie unsere Ärzte ansprechen, um gemeinsam zu prüfen, ob Sie von einer (erneuten) Komplexbehandlung profitieren.

  • Stationäre Krankenhauseinweisung
  • Adressen der behandelnden Ärzte, alte Arztbriefe
  • Aktueller Medikamentenplan
  • Schrittmacherausweis
  • Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht

Falls Sie Interesse an dem Therapieangebot der Parkinson-Komplexbehandlung haben, besprechen Sie sich mit Ihrem ambulant behandelnden Neurologen oder Hausarzt.

Eine Terminvereinbarung kann dann über das Sekretariat der Klinik für Neurologie und Stroke Unit des Klinikums Merzig, das Ihnen für Ihre Fragen auch gerne zur Verfügung steht, erfolgen.

Team

Dr. med. Daniel Ostertag

Leitender Oberarzt
Facharzt für Neurologie
DEGUM-Ausbilder Stufe II für neurologische Ultraschalldiagnostik

Dr. med. Holger Ebritsch

Oberarzt
Facharzt für Neurologie

Dr. med. Raphael Jung

Oberarzt
Facharzt für Neurologie und spezielle Schmerztherapie

Silke Tonner

Oberärztin
Fachärztin für Neurologie

Kerstin Forster

Pflegerische Leitung Neurologische Frührehabilitation Phase B
Telefon +49(0)6861/705-1430
k.forsterthou-shalt-not-spammzg.shg-kliniken.de​​​​​​​

Magdalena Schmitt

Pflegerische Leitung Stationen Neurologie 1 bis 4
Telefon +49(0)6861/705-691669
m.schmittthou-shalt-not-spammzg.shg-kliniken.de

Sabine Zimmer

Pflegerische Leitung Stroke Unit
Telefon +49(0)6861/705-1460
s.zimmerthou-shalt-not-spammzg.shg-kliniken.de

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