Palliativstation

Hier bestimmt der Patient den Gang der Dinge. Die Palliativmedizin am Klinikum Merzig bietet umfassende Betreuung und Behandlung.

Palliativmedizin im Klinikum Merzig bedeutet eine umfassende Betreuung und Behandlung von Patienten, die aufgrund ihrer schweren Erkrankung an Symptomen leiden, die ihre Lebensqualität negativ beeinflussen oder erheblich beeinträchtigen. Das Palliativteam und die behandelnden Ärzte kümmern sich um diese Patienten und organisieren eine symptomorientierte Therapie und andere Hilfen wie AHPZ (ambulantes Hospiz-Zentrum) oder die Weiterversorgung durch spezialisierte ambulante Pflegedienste (SAPV). Das Team ist darin geschult, umfassend auf die Bedürfnisse der erkrankten Patienten einzugehen. Wenn sich die Krankheit bereits in einem fortgeschrittenen, terminalen Stadium befindet, wird der Sterbeprozess ebenfalls begleitet.

Palliativmedizin ist also gedacht für Patienten, deren Erkrankungen so weit fortgeschritten sind, dass sie nicht geheilt werden können. Bei diesen Patienten ist die noch vorhandene Lebenszeit sehr wertvoll, weil begrenzt und absehbar. Diese Patienten entwickeln oft Symptome, die ein Leben unerträglich machen können, wie Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Luftnot oder Angst. Wir können die Grunderkrankung dieser Patienten zwar nicht heilen, können aber die zusätzlich vorhandenen krankmachenden Symptome lindern oder manchmal auch beseitigen.

Pflegeleitung

Florian Collmann
Stellv. Leitung  Melissa Pacnik


Adresse

Klinikum Merzig
Trierer Straße 148
D-66663 Merzig


Leistungsspektrum

Ein Vorurteil besteht darin, dass nur Krebserkrankungen behandlungsbedürftige Begleitsymptome verursachen. Viele "gutartige Erkrankungen", wie Endstadium einer Herz- oder Lungenerkrankung, eine Lebererkrankung, eine Nierenerkrankung oder eine schwere neurologische Erkrankung sind auf der Palliativstation behandelbar. Der Aufenthalt der Patienten variiert zwischen sieben und 21 Tagen, oft gelingt es, eine weitere Versorgungsstruktur in der häuslichen Umgebung aufzubauen, falls nicht möglich, werden andere Versorgungsmöglichkeiten wie etwa die Unterbringung in einem Hospiz organisiert.

Stellen Sie sich vor, Sie liegen in einem Dreibettzimmer in einem Krankenhaus. Es geht Ihnen sehr schlecht. Sie haben eine Erkrankung, die nicht heilbar ist und leiden unter Symptomen, die Ihnen die Lebensqualität nehmen. Das Atmen fällt schwer, Sie haben Schmerzen oder große Angst. Die zuständige Nachtschwester hat noch weitere 20 Patienten zu versorgen, und selbst wenn sie es wollte, hätte sie nicht die Zeit, sich adäquat um Sie zu kümmern. Sie warten, Ihre Angst wird noch größer, die Atemnot nimmt zu, Ihre Schmerzen lassen nicht nach.

Auf der Palliativstation im Klinikum Merzig ist dies anders. Sie liegen alleine in einem Zimmer, Sie haben eine Privatsphäre. Das Pflegepersonal hat deutlich weniger Patienten zu betreuen und dadurch deutlich mehr Zeit für Sie. Die Betreuung ist persönlicher und individueller. Es gibt Zeit für beruhigende Gespräche. Aufgrund der guten Teamarbeit weiß jeder was zu tun ist. Sie wissen sich in guten Händen, Ihre Ängste lassen nach, Sie lernen besser mit Ihrer Krankheit und Ihren Symptomen umzugehen.

Wenn Sie entlassen werden, erstellen wir einen Behandlungsplan für Sie. Für den Notfall gibt es ein Notfallmanagement. Dadurch erfahren Sie mehr Sicherheit für die häusliche Versorgung. Dabei werden auch Ihre Angehörigen mit einbezogen und Sie lernen sich zu Hause besser zurechtzufinden.

Während des stationären Aufenthalts stehen unseren Patienten psychologisch geschulte Kräfte zur Seite. Sie bringen Ihnen Bewältigungsstrategien bei und zeigen Ihnen, wie man die noch vorhandenen Ressourcen positiv und sinnvoll nutzen kann. Seelsorger unterschiedlichen Glaubens unterstützen die spirituelle Stabilität, wenn der Wunsch danach besteht. Auf der Palliativstation wird der Lebensrhythmus vom Patienten bestimmt und nicht durch das Personal. Wir selbst haben und nutzen Rituale, wir gehen aber auch auf die Rituale unserer Patienten ein.

Unsere Physiotherapeuten sind täglich bei uns im Einsatz, fördern Ihre Mobilität und sorgen dafür, dass Sie beweglich bleiben. Zusätzliche Angebote einer Heilpraktikerin, Aromatherapie oder Musiktherapie sind Angebote, die zusätzlich in Anspruch genommen werden können.

Ein treuer Begleiter auf unserer Palliativstation ist nicht zuletzt unser kleiner Vierbeiner Theo. Als Palliativhund hat er längst die Herzen nicht nur unseres Personals, sondern auch unserer Patienten erobert. Mehrmals in der Woche ist er eigenständig unterwegs und macht seine Patientenvisiten, lässt sich verwöhnen, streicheln und spendet selber Trost und öffnet die Herzen vieler unserer Patienten.

Seit ihrem Wiedereinzug in ein eigenes Gebäude im Jahr 2014 hat sich die Palliativstation am Klinikum fest etabliert und erfährt großen Zuspruch.
Die Einrichtung verfügt inzwischen über 10 Patientenzimmer, in denen im Bedarfsfall auch Angehörige mit untergebracht werden können.

Weitere Informationen erhalten Sie bei einem unverbindlichen Besuch auf unserer Palliativstation. Scheuen Sie sich nicht, unsere Webseite zu besuchen und unter „YouTube - Palliativmedizin am Klinikum Merzig“ haben wir einen Videofilm über unsere Arbeit gedreht und für Sie bereitgestellt. Zum Video