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EIGENLEBEN -Fotografien von Renée Nesca

Saarbrücken. René Nesca ist eine Fotografin und freie Künstlerin. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch hohe Professionalität und eine ausgeprägte konzeptionelle Bildsprache aus. In analogen und digitalen Fotografien setzt sie sich narrativ mit Stimmungen und inneren Zuständen auseinander. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf konzeptionellen Selbstporträts, in denen sie Alltagsgegenstände als Requisiten einsetzt. Gemeinsam mit der Person vor der Kamera – häufig mit sich selbst – inszeniert sie Geschichten über Wahrnehmung, Erleben und die Grenzen zwischen Wahn und Sinn.

Beruflich ist Renée Nescra an den SHG-Kliniken Sonnenberg als Genesungsbegleiterin in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik tätig. Als Mitglied des multiprofessionellen Teams nimmt sie eine besondere Rolle ein. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen kann sie die Situation und Erleben von Patientinnen und Patienten in besonderer Weise nachvollziehen und zugleich als Gesprächspartnerin neue Perspektiven vermitteln. In Gesprächen und gemeinsamen Aktivitäten gibt sie Erfahrungen, Zuversicht und Hoffnung weiter und zeigt auf, dass auch mit einer psychischen Erkrankung ein gutes und selbstbestimmtes Leben möglich sein kann.

Verwaltungsdirektor Dr. phil. Martin Huppert sowie Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Priv.Doz. Dr. med. Ulrich Seidl unterstreichen die Bedeutung von Genesungsbegleiterinnen und-begleitern für den klinischen Alltag. In seinem Beitrag „Außergewöhnlich – Psychose, Kunst, und Stigma“ setzt sich Seidl mit der von persönlichen Erfahrungen geprägten Kunst von Menschen mit psychischen Erkrankungen auseinander. Dabei zieht er Parallelen zum Prinzhorn-Museum in Heidelberg und beleuchtet die Möglichkeit, durch künstlerisches Arbeiten eigenes Erleben auszudrücken und zu verarbeiten.

Die Galerie Sonnenberg ist eine feste Einrichtung der SHG-Kliniken Sonnenberg. Seit mehreren Jahrzehnten präsentiert sie mehrmals im Jahr Ausstellungen von regional und überregional bekannten Künstlerinnen und Künstlern. Ihre besondere Qualität liegt im Spannungsfeld, das entsteht, weil die Ausstellungen nicht nur von Menschen, die ohnehin schon Kunst interessiert sind. Vielmehr begegnen ihnen auch Patientinnen und Patienten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bislang kaum oder keinen Bezug zur Kunst hatten. Der besondere Reiz Galerie liegt damit auch in ihrem ungewöhnlichen Ausstellungsort abseits des etablierten Kulturbetriebs. Hier treffen Menschen aufeinander, die sich im Rahmen einer klassischen Kunstaustellung nicht begegnen würden. Die Kunst wird zum Anlass für Begegnung, Austausch und Diskussion – und eröffnet damit einen Raum, in dem unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven miteinander ins Gespräch kommen.