Pressemitteilung

/ Klinikum Idar-Oberstein

Zukunftsgerechte generalistische Pflegeausbildung

Gründung eines Pflegeverbundes ist Meilenstein für die Fachkräftesicherung in der Region

Idar-Oberstein. Die generalistische Pflegeausbildung verbindet die bisher eigenständigen Ausbildungen der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie der Altenpflege zu einem neuen Berufsbild. Ziel dieser zukunftsgerechten Pflegeausbildung ist, über eine Lebensphase oder einen Versorgungsbereich hinaus, ein umfassendes, ganzheitliches Pflegeverständnis zu entwickeln.

Mit dem seit 1. Januar 2020 geltenden Gesetz zur Reform der Pflegeberufe (Pflegeberufegesetz) ist eine umfangreiche Neuorganisation der Ausbildung erforderlich geworden. Der Gesetzgeber sieht bspw. entsprechende vertragliche Regelungen für den Praxiseinsatz der Auszubildenden vor, da dieser nicht mehr nur im eigenen Haus, sondern auch in anderen Einrichtungen vorgesehen ist. Die Träger der praktischen Ausbildung sind auch dafür verantwortlich, dass ihre Auszubildenden Pflichteinsätze in allen pflegerischen Versorgungsbereichen planmäßig absolvieren können (Pädiatrie, stationäre Akutpflege und stationäre Langzeitpflege).

Um den Anforderungen gerecht werden zu können und die Weichen für die Zukunft zu stellen, liefen auf Anregung der Pflegedirektorin des Klinikums Idar-Oberstein, Claudia Hamann, bereits ab November 2019 die ersten Vorbereitungen zur Gründung einer Verbundeinrichtung. Das vorgestellte Konzept für eine generalistische Ausbildung innerhalb eines Pflegebundes wurde seitens der Klinikleitung gemeinsam mit der Schulleiterin der Schule für Gesundheitsfachberufe, Julia Schmidt, befürwortet und die Entscheidung zur Gründung eines Pflegeverbundes getroffen.

Julia Schmidt initiierte daraufhin einen regen und konstruktiven Austausch mit den ausgewählten Einrichtungen, die als Kooperationspartner in Frage kamen. Bei ihren Besuchen überzeugte sich die Schulleiterin persönlich von den zukünftigen Verbundpartnern: „Ich wurde überall sehr herzlich empfangen und hatte sogar die Möglichkeit einen Einblick in die verschiedenen pflegerischen Schwerpunkte zu gewinnen.“ Das Konzept für die generalistische Ausbildung fand bei den Verbundpartnern großen Zuspruch, erste Ideen und Konkretisierungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit folgten.

Vor dem am 1. Oktober 2020 geplanten Start der generalistischen Ausbildung am Klinikum Idar- Oberstein wurde Anfang August 2020 ein wichtiger Meilenstein erreicht: Im Beisein von Verwaltungsdirektor Hendrik Weinz, Claudia Hamann und Julia Schmidt unterzeichneten die anwesenden Vertreter der ausgewählten Einrichtungen aller pflegerischer Versorgungsbereiche ihren gemeinsamen Pflegeverbundvertrag, der künftig die Umsetzung der generalistischen Ausbildung sicherstellt.

Der neu gegründete Pflegeverbund besteht aus zehn Gründungsmitgliedern. Hierbei übernimmt das Klinikum Idar-Oberstein eine Doppelfunktion, zum einen als Träger der praktischen Ausbildung und über die Schule als Träger der theoretischen Ausbildung. Gründungsmitglieder sind neben dem Klinikum Idar-Oberstein der Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Birkenfeld (ASB), das AWO Seniorenzentrum Idar-Oberstein, das Haus Göttschied des Saarländischen Schwesternverbandes, die Seniorenwohnanlage Grimm, Idar-Oberstein, die Seniorenresidenz Idarwald, Rhaunen, das Zentrum für Betreuung und Pflege Lorettahof Herrstein die Sozialstation Herrstein-Rhaunen, das Sozialteam Pflegebienen, Idar-Oberstein, und das Haus Ursula Senioren und Pflegeheim Gemünden.

Die Abstimmung, insbesondere der Praxiseinsätze bei den Trägern der praktischen Ausbildung, der Praxisbegleitung und -anleitung und die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen erfolgt über den ebenfalls gegründeten Verbundbeirat.

Der Pflegeverbund teilt die Verantwortung sinnvoll auf. Die Aufgaben der zentralen Koordinationsstelle für die Einsatz- und Ausbildungsplanung wird zukünftig von der Schule für Gesundheitsfachberufe wahrgenommen. Die Schulleitung stellt damit für die Mitglieder des Pflegeverbundes sicher, dass die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt werden und die Auszubildenden alle Einsätze bei einem der Verbundpartner absolvieren können.

Mit der Gründung des Pflegeverbundes starten am Klinikum Idar-Oberstein im Oktober 2020 erstmals zwei Kurse in generalistischer Ausbildung mit jeweils 25 Auszubildenden. Ein weiterer generalistischer Kurs ist dann jährlich ab April geplant. Der Ausbildungsplan ist anspruchsvoll: Die Ausbildung beginnt mit einem fast dreimonatigen Einführungsblock in der Schule und einem ersten Praxiseinsatz beim jeweiligen Träger der praktischen Ausbildung. Die Theorie umfasst 11 Lernfelder, die sich auf alle pflegerischen Versorgungsbereiche beziehen: Stationäre Langzeitpflege (Altenpflege), Pädiatrie und Versorgung von erwachsenen Menschen im Krankenhaus oder der ambulanten Pflege. Nach erfolgreicher 3-jähriger Ausbildung und bestandener Abschlussprüfung ermöglicht der Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“ ein Arbeiten in allen Bereichen der Pflege.

Die Ausbildung ist aufgrund ihrer beruflichen Perspektiven attraktiv und bietet eine Zukunft. Die Kooperationspartner im Pflegeverbund sind überzeugt, auf dieser Basis einen wertschöpfenden und nachhaltigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region zu leisten. Sie freuen sich aber auch, dass sie im Verbund für eine qualifizierte pflegerische Ausbildung und damit verbunden kompetente Gesundheitsversorgung der bedürftigen Menschen sorgen.


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Zukunftsgerechte generalistische Pflegeausbildung

Die Gründungsmitglieder des Pflegeverbunds stehen im Freien unter einem Baum
Bild, v. l n. r.: Clarissa Reichardt (Sozialteam Pflegebienen), Mirko Reidenbach (Seniorenresidenz Idarwald), Hendrik Weinz (Verwaltungsdirektor Klinikum Idar-Oberstein), Julia Schmidt (Leiterin Schule für Gesundheitsfachberufe am Klinikum Idar-Oberstein), Tobias Schuh (Haus Ursula Senioren und Pflegeheim), David Hammen (AWO Idar-Oberstein), Claudia Hamann (Pflegedirektorin Klinikum Idar-Oberstein), Christian Grimm (Seniorenwohnanlage Grimm), Manuel Machwirth (ASB KV Birkenfeld), Elke Jakoby (Lorettahof). Foto: SHG