Merzig. Schwindel gehört zu den häufigsten Beschwerden in der Medizin – und gleichzeitig zu denjenigen, die Betroffene am meisten verunsichern.
Beim Patienteninformationsabend im SHG‑Klinikum Merzig widmete sich Oberarzt Ulrich Neumayer, Klinik für Neurologie mit Stroke Unit, Früh-Reha und Schmerzklinik, genau diesem Thema: Was passiert beim Schwindel im Körper? Welche Formen gibt es? Und vor allem – wann wird es gefährlich?
Der Infoabend war sehr gut besucht; viele Patientinnen, Patienten und Angehörige nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen einzubringen. Die lebhafte Diskussion zeigte, wie groß der Informationsbedarf rund um das Thema Schwindel ist – und wie wichtig verständliche Aufklärung für Laien bleibt.
Zu Beginn erläuterte Neumayer, was im Körper geschieht, wenn Schwindel entsteht. Gleichgewichtssinn, Augen und Tiefensensibilität arbeiten normalerweise eng zusammen. Kommt es in einem dieser Systeme zu Störungen, entsteht das Gefühl, alles drehe sich oder der Boden schwanke. „Schwindel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom – und seine Ursachen sind vielfältig“, betonte der Neurologe.
Im Anschluss stellte er die häufigsten Schwindelformen vor: den gutartigen Lagerungsschwindel, der durch kleine Kristalle im Innenohr ausgelöst wird; den vestibulären Schwindel, der auf Störungen des Gleichgewichtsorgans zurückgeht; sowie Schwindel, der durch Kreislaufprobleme, Migräne oder neurologische Erkrankungen entsteht. Viele dieser Formen sind gut behandelbar – vorausgesetzt, sie werden richtig erkannt.
Ein Schwerpunkt des Abends lag auf der Frage, wie ein Neurologe Schwindel abklärt. Oberarzt Neumayer gab Einblicke in typische Untersuchungen: Gleichgewichtstests, Augenbewegungsanalysen, Lagerungsmanöver, Blutdruckmessungen und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie MRT. Ziel sei es, gefährliche Ursachen auszuschließen und die passende Therapie einzuleiten.
Besonders aufmerksam verfolgten die Besucherinnen und Besucher den Abschnitt „Wann wird Schwindel gefährlich?“. Warnsignale wie plötzlich einsetzender, heftigster Schwindel, Lähmungen, Sprachstörungen, Doppelbilder oder starke Gangunsicherheit sollten immer ernst genommen werden. „In solchen Fällen zählt jede Minute – dann bitte sofort notfallmäßig vorstellen“, so Oberarzt Neumayer. Hinter solchen Symptomen könne sich ein Schlaganfall oder eine andere akute neurologische Erkrankung verbergen.
Fazit: Der Informationsabend machte deutlich, wie wichtig eine sorgfältige Diagnostik und frühzeitige Abklärung bei Schwindel ist. Viele Ursachen sind harmlos und gut behandelbar – doch einige erfordern rasches Handeln. Die Veranstaltung im SHG‑Klinikum Merzig zeigte eindrucksvoll, wie Aufklärung Ängste nehmen und Betroffenen helfen kann, Warnsignale besser zu erkennen und richtig zu reagieren.

