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Roboterassistierte Chirurgie jetzt auch in der Urologie etabliert

Klinikum Idar-Oberstein zieht nach den ersten Eingriffen positive Bilanz

Idar-Oberstein. Was vor wenigen Jahren noch futuristisch klang, gehört am Klinikum Idar-Oberstein zunehmend zum chirurgischen Alltag. Nachdem das Senhance®-System bereits erfolgreich in der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Minimal-invasive und Robotische Chirurgie eingesetzt wird, hat nun auch die Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie die roboterassistierte Chirurgie eingeführt.

Seit dem 19. Mai 2026 werden unter der Leitung von Chefarzt Khaldoun Odat Allh erste urologische Eingriffe mit Unterstützung des Systems durchgeführt. Nach den ersten Wochen zieht die Klinik eine positive Bilanz. Die Abläufe haben sich gut etabliert, die Eingriffe verliefen erfolgreich und das gesamte Team hat sich schnell an die neue Technik angepasst.

Vorausgegangen war eine intensive Vorbereitung. Khaldoun Odat Allh absolvierte gemeinsam mit Mitgliedern seines ärztlichen Teams eine umfassende Schulung am Senhance®-System in Mailand. Parallel dazu wurden auch die Mitarbeitenden der OP-Pflege gezielt für den Einsatz der Technologie qualifiziert.

„Die Einführung der roboterassistierten Chirurgie in der Urologie war für unser gesamtes Team ein wichtiger Schritt. Die Schulung in Mailand hat uns die Möglichkeit gegeben, das System unter realitätsnahen Bedingungen kennenzulernen und uns intensiv auf den Start vorzubereiten“, erklärt Khaldoun Odat Allh.

Das Senhance®-System unterstützt die Operateurinnen und Operateure bei minimal-invasiven Eingriffen. Über eine Konsole werden die Instrumente präzise gesteuert. Dabei können natürliche Handbewegungen exakt übertragen und ungewollte Bewegungen herausgefiltert werden. Gleichzeitig ermöglicht die dreidimensionale Darstellung des Operationsgebietes eine detaillierte Sicht auf anatomische Strukturen.

Gerade in der Urologie ergeben sich daraus Vorteile bei Eingriffen in anatomisch engen und sensiblen Bereichen. Die präzise Instrumentenführung sowie die hochauflösende Darstellung können dazu beitragen, operative Schritte kontrolliert und gewebeschonend durchzuführen.

Die roboterassistierte Chirurgie ermöglicht die Durchführung aller großen Eingriffe an der Niere und den Nebennieren sowie eines Großteils der Prostata- und Blasenoperationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der urologischen Onkologie. Die neue Expertise konnte bereits in den ersten Tagen erfolgreich in der Klinik umgesetzt werden: So wurden unter anderem eine radikale Nephrektomie, eine Adrenalektomie sowie eine radikale Prostatektomie roboterassistiert durchgeführt. Die Verfahren sind inzwischen fester Bestandteil des operativen Angebots der Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie am Klinikum Idar-Oberstein.

Der Roboter trifft dabei keine eigenen Entscheidungen, betont Khaldoun Odat Allh. Die Verantwortung liegt jederzeit vollständig bei den Operateurinnen und Operateuren. Das System ist ein Werkzeug, das die chirurgische Arbeit unterstützt und zusätzliche technische Möglichkeiten eröffnet.

Die Entscheidung zur Einführung wurde auch durch die Erfahrungen anderer Fachabteilungen bestärkt. Dort hat sich das System bereits bewährt. Die positiven Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten sowie die Erfahrungen der behandelnden Teams haben gezeigt, dass die Technologie einen sinnvollen Beitrag zur Weiterentwicklung chirurgischer Verfahren leisten kann.

Khaldoun Odat Allh sieht darin auch einen wichtigen Aspekt für die Zukunft der stationären Versorgung: „Patientinnen und Patienten informieren sich heute sehr bewusst über Behandlungsmöglichkeiten und Qualitätsmerkmale eines Krankenhauses. Moderne Technologien allein sind dabei nicht entscheidend. Entscheidend ist, welchen Nutzen sie für die Qualität der Behandlung bieten können. Genau daran messen wir den Einsatz des Systems.“

Die roboterassistierte Chirurgie wird nun schrittweise weiter in das operative Spektrum der Klinik integriert. Ziel bleibt es, die bestehenden minimal-invasiven Verfahren sinnvoll zu ergänzen und die Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten am Klinikum Idar-Oberstein kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Chefarzt Khaldoun Odat Allh an der robotischen Konsole
Chefarzt Khaldoun Odat Allh an der robotischen Konsole
Die Roboterarme tragen die Instrumente, mit denen nun auch urologisch gearbeitet wird.
Die Roboterarme tragen die Instrumente, mit denen nun auch urologisch gearbeitet wird.