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DER WAHNSINN - Erfolgreicher Start der 4. Staffel

Saarbrücken. Mit dem US-amerikanischen Filmdrama „Deliver me from Nowhere“ (1982) startet die erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Der Wahnsinn“ in ihre vierte Staffel. Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung standen Depression, Erschöpfung und persönliche Krisen – Themen, die nicht nur den Film, sondern auch die anschließende Diskussion prägten.

Der Film erzählt von Bruce Springsteen, dargestellt von Jeremy Allen White, der als gefeierter Rockstar an einem persönlichen Wendepunkt steht und mit schweren Depressionen und tiefer Erschöpfung kämpft.

In der anschließenden Gesprächsrunde kamen unterschiedliche Perspektiven zusammen: der saarländische Musiker James Boyle, eine Patientin, die sich am Sonnenberg noch in teilstationärer Behandlung befindet, sowie Priv.-Doz. Dr. med. Ulrich Seidl. Seidl erläuterte gleich zu Beginn den Unterschied zwischen einer behandlungsbedürftigen Depression und einer depressiven Verstimmung bzw. einem nachvollziehbaren seelischen Tief. Eine schwere Depression gehe mit besonderen Symptomen einher, die sich nicht alleine durch psychische Reaktionen erklären lassen – etwa mit einer tiefen, anhaltenden Erschöpfung und dem Verlust der Fähigkeit, Freude zu erleben. Die Depression erfordere in besonderem Maße professionelle medizinische und therapeutische Unterstützung.

James Boyle berichtete aus seiner persönlichen Perspektive über Sinnkrisen und depressive Phasen, die, wenn sie sich ankündigen meist durch Selbstdisziplin, das Funktionieren im Alltag und das Zurückstellen eigener Bedürfnisse verdrängt werden.

Besonders eindrücklich schilderte die Patientin ihre eigene Erfahrung. Sie sprach von völliger Erschöpfung und einem „körperlichen, geistigen und seelischen Verfall“ und davon, wie wichtig die Unterstützung durch die SHG-Kliniken Sonnenberg für ihren Weg zurück ins Leben gewesen sei. Heute gehe es ihr deutlich besser. Ihren Dank richtete sie ausdrücklich an das Behandlungsteam für die umfassende Unterstützung.

Auch das Publikum zeigte sich beeindruckt von der Offenheit der Gesprächsrunde. Besonders die niedrigschwellige Verbindung von Film und anschließender Diskussion wurde als besondere Stärke des Formats hervorgehoben. „Der Wahnsinn“ schafft damit einen Raum, in dem auch schwierige und häufig tabuisierte Themen offen und ohne Berührungsängste zur Sprache kommen können.

Moderiert wurde die Veranstaltung wie gewohnt von Verwaltungsdirektor Dr. phil. Martin Huppert, der zugleich auf die drei noch folgenden Termine der vierten Staffel hinwies:

  • „Finding Connection“ – Mittwoch, 2. Dezember 2026
  • „Moonlight“ – Mittwoch, 3. Februar 2027
  • „Das Glück auf meiner Seite“ – Mittwoch, 14. April 2027

Auch in der vierten Staffel verfolgt „Der Wahnsinn“ das Ziel, über Film und anschließendes Gespräch niedrigschwellig über psychiatrische und neurologische Krankheitsbilder zu informieren, Berührungsängste und gesellschaftliche Tabus abzubauen und zum offenen Austausch anzuregen. Unterschiedliche fachliche und persönliche Perspektiven sollen dabei miteinander ins Gespräch gebracht werden – denn psychische Erkrankungen betreffen viele Menschen und verdienen mehr Verständnis und Aufmerksamkeit.