Idar-Oberstein. Unter dem Motto „Erster Demenztag im Klinikum: Wenn das Gedächtnis nachlässt – was ist noch normal?“ lädt die Klinik für Neurologie und Stroke Unit unter der Leitung ihrer neuen Chefärztin Dr. med. Ulrike von der Osten-Sacken am Mittwoch, 28. Oktober 2026, zu einer Informationsveranstaltung ins Klinikum Idar-Oberstein ein. Ab 17 Uhr informieren drei Referentinnen im Hörsaal über erste Anzeichen einer Demenzerkrankung, diagnostische Möglichkeiten sowie wichtige Fragen der Vorsorge und Unterstützung im Alltag. Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten. Der Eintritt ist frei und eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
Vergesslichkeit gehört bis zu einem gewissen Grad zum normalen Alterungsprozess. Doch wann sind Gedächtnisstörungen ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung? In Deutschland leben rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenz. Das Risiko, daran zu erkranken, steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an. Während Menschen unter 65 Jahren vergleichsweise selten betroffen sind, nimmt die Häufigkeit insbesondere ab dem 80. Lebensjahr erheblich zu. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit, die etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen ausmacht.
Bei Morbus Alzheimer handelt es sich um eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden und nach und nach ihre Funktion verlieren. Erste Anzeichen sind häufig Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, Schwierigkeiten bei der zeitlichen und räumlichen Orientierung oder Probleme bei der Bewältigung gewohnter Alltagsaufgaben. Im weiteren Verlauf können auch Sprache, Urteilsvermögen und Verhalten beeinträchtigt werden. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend über mehrere Jahre und führt zunehmend zu einem Verlust der Selbstständigkeit.
Nicht jede Gedächtnisstörung bedeutet jedoch, dass eine Demenz vorliegt. Auch Stress, Schlafmangel, Depressionen oder bestimmte körperliche Erkrankungen können die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Zur Abklärung gehören neben einem ausführlichen ärztlichen Gespräch und einer neurologischen Untersuchung auch standardisierte Gedächtnis- und Konzentrationstests. Ergänzend können Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist von Bedeutung, um behandelbare Ursachen zu erkennen, geeignete Therapien einzuleiten und Betroffenen sowie Angehörigen eine rechtzeitige Planung zu ermöglichen.
„Viele Menschen sind verunsichert, wenn sie bei sich selbst oder bei Angehörigen eine zunehmende Vergesslichkeit feststellen. Nicht hinter jeder Gedächtnisstörung steckt eine Demenzerkrankung. Wichtig ist deshalb, Veränderungen ernst zu nehmen und frühzeitig medizinisch abklären zu lassen. Auch wenn eine Alzheimer-Erkrankung bislang nicht heilbar ist, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die den Krankheitsverlauf unter bestimmten Voraussetzungen positiv beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen unterstützen können“, erklärt Chefärztin Dr. med. Ulrike von der Osten-Sacken.
Im Rahmen der Informationsveranstaltung geht die Chefärztin in ihrem Vortrag „Sind meine Gedächtnisstörungen noch normal oder bin ich erkrankt? Und was kann ich dagegen machen?“ auf die Unterschiede zwischen altersbedingter Vergesslichkeit und krankhaften Veränderungen der Gedächtnisleistung ein. Darüber hinaus erläutert sie Möglichkeiten der Behandlung sowie Maßnahmen, die zur Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit beitragen können.
Anschließend beschäftigt sich Teona Kanashvili, Ärztin in der Klinik für Neurologie und Stroke Unit, mit der Frage „Wie kann ich mit einer Testung eine Demenz erkennen?“. Sie stellt diagnostische Testverfahren vor und erläutert, wie sich mithilfe gezielter Untersuchungen mögliche Einschränkungen der Gedächtnisleistung feststellen und beurteilen lassen.
Neben medizinischen Fragestellungen spielt auch die rechtzeitige Vorsorge eine wichtige Rolle. Unter dem Titel „Gemeinsam Hand in Hand: Vorsorge verständlich erklärt“ informiert Heidrun Koch, Leiterin des Sozialdienstes des Klinikums, über Möglichkeiten der persönlichen und rechtlichen Vorsorge. Dabei geht sie insbesondere auf Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen sowie auf Unterstützungsangebote für Betroffene und Angehörige ein.
Im Anschluss an die Vorträge stehen die drei Referentinnen für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

