AAA    Standort    

Geborgenheit durch Kompetenz und Freundlichkeit.

Druckersymbol  

67_

 

Protest

Machten deutlich, worauf es ihnen ankommt: die Chefärzte (v.l.) Eva Möhler, Ulrich Seidl, Claudia Birkenheier, Rosa Adelinde Fehrenbach und Martin Kaiser.
Mitarbeiter beim Unterzeichnen der Petition.
„Aktive Mittagspause“: Zahlreiche Beschäftigte beteiligten sich an der Protestkundgebung im Foyer der SHG-Kliniken Sonnenberg.

Psychiatrie-Kliniken fordern patientengerechte Personalausstattung

 

Saarbrücken. Psychiatrie-Beschäftigte der Klinikstandorte Saarbrücken, Völklingen und Merzig der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) haben am Donnerstag für eine patientengerechte Personalausstattung demonstriert. Im Mittelpunkt der Kritik steht eine neue Personalrichtlinie, die am 1. Januar in Kraft treten soll. Diese sieht laut einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses vor, die bislang geltende Personalverordnung für psychiatrische und psychosomatische Kliniken zukünftig als Personaluntergrenze festzulegen.

Als Folge wird befürchtet, dass die Krankenhaus-Psychiatrien nicht ausreichend finanziert sind, um das Personal vorzuhalten, das für die Herausforderungen der Zukunft benötigt wird. Die Mitarbeiter beteiligten sich auch an einer Petition des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen an den Bundestag für ausreichend Personal auf den Stationen.

Ausreichendes Personal und Zeit für die Patienten sind die wichtigsten Faktoren für eine hohe Versorgungsqualität und die Genesung psychisch erkrankter Menschen. Daher wünschen sich die Psychiatrie-Beschäftigten leitlinienbasierte Sollvorgaben für eine gute Behandlung, heißt konkret: Angaben darüber, wie viel Personal vorhanden sein muss, um eine gute Behandlungsqualität zu erreichen.

Die vorgesehene Richtlinie zementiere eine Personaldecke, die jetzt schon nicht ausreiche, waren sich die Chefärzte der SHG-Kliniken Dr. Rosa Adelinde Fehrenbach, Priv.-Doz. Dr. Ulrich Seidl, Professor Dr. Eva Möhler, Dr. Claudia Birkenheier und Dr. Martin Kaiser einig. „Die seit 1995 gültigen Personalkennzahlen wurden in der neuen Verordnung nicht an den Fortschritt in der Behandlung psychisch kranker Menschen angepasst, sondern eher noch verschärft. Insbesondere für ältere psychisch Kranke bedeutet dies eine deutliche Gefährdung der Behandlungsqualität“, kritisiert Dr. Fehrenbach zusätzlich aus Sicht der Gerontopsychiatrie.

„Ein Weiter so kann es nicht geben“, erklärte SHG-Geschäftsführer Bernd Mege. „Über die Dinge muss noch einmal sachlich fundiert geredet werden und die Politik muss nachbessern“. 

 


Foto: Harald Kiefer/SHG
12. Dezember 2019