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62_Altersmedizin gewinnt zunehmend an Bedeutung

 

Altersmedizin gewinnt zunehmend an Bedeutung

Diskutierten aktuelle Entwicklungen der Geriatrie (v.l.n.r.): Richter Bernd Klasen, Christine Klasen, Chefärztin der Geriatrischen Rehaklinik St. Ingbert, Dr. Bernd Gehlen, Dr. Karlheinz Scholl, Geriatrie-Chefarzt am Caritasklinikum St. Theresia Saarbrücken, Manfred Klein und Gesundheitsberaterin Ute Jahnel.

Symposium der SHG-Kliniken Sonnenberg und der Landesarbeitsgemeinschaft Geriatrie stellte Schwerpunktthemen heraus

 

Saarbrücken. Der Geriatrie, sprich Altersmedizin, kommt bei der demografischen 
Entwicklung der Bevölkerung zunehmende Bedeutung zu. Denn die Anhäufung verschiedenster Gebrechen bei einer wachsenden Anzahl immer älter werdenden Menschen stellen Medizin und Pflege vor große Herausforderungen. Bei einem interprofessionellen Symposium der SHG-Kliniken Sonnenberg zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Geriatrie im Saarbrücker Schloss nahmen Experten Stellung zu wichtigen Themen, die besonders diejenigen beschäftigen, die ältere Menschen versorgen.

„Wir haben es bei der Versorgung älterer Menschen verstärkt mit Problemen durch Mehrfacherkrankungen zu tun“, sagte Peter Gillo, Direktor des Regionalverbands Saarbrücken und Aufsichtsratsvorsitzender der SHG, zur Einführung in die Tagung vor Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten verschiedenster Einrichtungen. „Zum einen steigt die Zahl der verordneten Medikamente, zum anderen ist oft nur eine Linderung der Symptome, aber keine Heilung im eigentlichen Sinne mehr möglich. Steigendes Demenzrisiko verschärft die mit dem Altern einhergehende Problematik, so Gillo weiter. Daher brauche es für hochbetagte, multimorbide Menschen, die ihr Leben nicht mehr allein meistern können, eine Geriatrie, die ihnen so lange wie möglich ein würdevolles und weitgehend schmerzfreies Leben ermöglicht.    

Die anschließenden Fachvorträge stellten Schwerpunktthemen heraus, zu denen Dr. Bernd Gehlen, Chefarzt der Geriatrie der SHG-Kliniken Sonnenberg, und Manfred Klein, Direktor des St. Nikolaus Hospitals in Wallerfangen und Sprecher der LAG Geriatrie, namhafte Experten eingeladen hatten. So ging es unter anderem um eine möglichst gesunde Ernährung im Alter oder darum, wie man Mangelernährung und Gewichtsverlust, hervorgerufen durch Beschwerden beim Schlucken oder durch falsche Ernährung, begegnen kann. Wichtig auch ethische Fragen, die sich in der Altersmedizin bei der Behandlung schwerkranker und hochbetagter Menschen gegenübersieht. Oder die Frage, wo Menschen nach einer eintretenden akuten Problematik, wie zum Beispiel dem klassischen Oberschenkelhalsbruch, am besten aufgehoben sind, um ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen. 
 
Der gesunde Schlaf ist ein bei Älteren ein immer wiederkehrendes Thema. Dr. Gehlen rät hier bei Problemen zur Verhaltensänderung anstatt der Einnahme von Schlaftabletten. Zur erfolgreichen „Schlafhygiene“ gehöre es, regelmäßig zu selben Zeit ins Bett zu gehen, auf große Mahlzeiten am Abend sowie auf Alkohol zu verzichten. „Kein Stress – der Königsweg zum Schlaf ist die Entspannung“, so der Facharzt. Bei alten Menschen helfe am besten eine Tagesaktivierung, nicht zu lange im Bett bleiben, nur kurzer Mittagsschlaf, Behandlung von Schmerz und Depression und Lärmvermeidung in der Nacht. Dies gelte besonders für Demenzpatienten.



Foto: SHG
13. November 2019