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57_Notfallübung Merzig

 

„Massenanfall“ von Verletzten nach Terrorangriff geübt

Ärztin Franziska Donate (rechts) mit einer Mitarbeiterin des Pflegedienstes und Rettungssanitätern bei der Aufnahme eines „Schwerverletzten“. Die „Grauwesten“ im Hintergrund sind Beobachter der Übung.

Klinikum Merzig war Teil einer Großübung in vier saarländischen Krankenhäusern
 

Merzig. Ein mutmaßlicher Terrorangriff mit Schuss- und Sprengwaffen und vielen Verletzten – das war die Grundlage einer Notfallübung, an der neben drei weiteren Krankenhäusern im Saarland auch das SHG-Klinikum Merzig teilnahm. Geprobt wurde ein so genannter Massenanfall von Verletzten, das heißt die Einlieferung und schnelle medizinische Versorgung einer größeren Anzahl von Patienten binnen kurzer Zeit. In Merzig waren dies elf an der Zahl, die - koordiniert von der Leitstelle des Saarlandes - innerhalb einer Stunde mittels Krankenwagen in die Notaufnahme gebracht wurden, ziemlich realitätsnah dargestellt von erfahrenen „Mimen“ aus dem Rettungswesen.     

Geübt wurde insbesondere die „Triage“, die ärztliche Ersteinschätzung der Schwere der Verletzungen und die daraus gefolgerten Versorgungsnotwendigkeiten, von der Anlegung von Verbänden bis hin zur Not-OP. Eine weitere Schwierigkeit, die in die Übungslage eingebaut war: Vorausgesetzt wurde eine Mindest-Personalbesetzung, wie es sie in einem Krankenhaus beispielsweise an Heiligabend um 24 Uhr gibt. Vor Ort mit dabei auch Beobachter des Gesundheitsministeriums, der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie und der Rettungsleitstelle Saar.   

Vier Schwerverletzte, drei mittelschwer Verletzte und vier Leichtverletzte hatte die diensthabende Notaufnahme-Ärztin Franziska Donate übungshalber einzuschätzen und sie zusammen mit den Pflegekräften zielgerichtet zur weiteren Versorgung im Haus weiterzuleiten. Dies sei mit viel Ruhe und Übersicht geschehen, hieß es später bei einer ersten Bilanz. Große Hilfe dabei: die präzisen Erstinformationen von den Notärzten und Rettungssanitätern der einlaufenden Krankenwagen. Zeitgleich lief Ähnliches auch in Krankenhäusern in Saarbrücken, Püttlingen und Sulzbach ab.           

Koordinator Michael Bossmann, Oberarzt in der Anästhesie des Klinikums, zeigte sich am Ende im Wesentlichen zufrieden mit den Ergebnissen, so wie auch die „Schiedsrichter“ und Juroren, „zumal es die erste Übung dieser Art für unser Klinikum war“. Die zuvor unbekannten, von der Rettungsleitstelle eingespielten Besonderheiten und das Improvisationstalent der „Mimen“ seien für alle zusätzliche Herausforderungen gewesen. Zudem habe ja auch der Echtbetrieb im Krankenhaus weitergehen müssen. Parallel zur Übung gab es eine größere Bauch-OP, einen Isolierpatienten und drei weitere Notfallpatienten in der Zentralen Notaufnahme.         


Foto: SHG/Harald Kiefer
28. Oktober 2019