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35_Inkontinenz

 

Was bei Inkontinenz alles getan werden kann

Gabriele Kirch-Thinnes und ihr Völklinger Kollege Dr. Frank-Uwe Alles informierten im Klinikum Merzig über „weibliche und männliche Inkontinenz“.

Chefärzte aus Merzig und Völklingen wollen das Thema aus der Tabuzone herausholen

 

Merzig. Die offizielle Anerkennung als Beckenbodenzentrum steht zwar noch aus, die praktische Zusammenarbeit funktioniert aber schon bestens zwischen der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des Klinikums Merzig und der Urologischen Klinik der SHG-Kliniken Völklingen, übrigens die größte Fachklinik ihrer Art im Saarland. Kurze, unkomplizierte Wege für die Patienten, gemeinsame fachübergreifende Konferenzen garantieren bereits jetzt die bestmögliche Betreuung für Patientinnen und Patienten. Mit im Boot sind auch die Merziger Chirurgen, Internisten und Neurologen.

Um Inkontinenz bei Mann oder Frau ging es bei einer Informationsveranstaltung, zu der Gynäkologie-Chefärztin Gabriele Kirch-Thinnes und der Völklinger Urologie-Chef Dr. Frank-Uwe Alles gemeinsam ins Klinikum eingeladen hatten. Inkontinenz ist ein weit verbreitetes Problem. Etwa neun Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter. Aber, so Frank-Uwe Alles: „Inkontinenz ist auch ein großes Tabuthema.“ Nur etwa die Hälfte der Betroffenen suchten ärztliche Hilfe. Dabei können die Mediziner in der Regel gut helfen und ein großes Stück Lebensqualität für die Betroffenen wiederherstellen, und das bei jedwedem Geschlecht.
 
Die Fachleute unterscheiden verschiedene Arten der Inkontinenz. Zum einen die Stress- oder Belastungsinkontinenz, bei der beim Husten, Niesen, beim Sport oder bei schweren körperlichen Belastungen unfreiwillig Urin abgeht, zum anderen die Dranginkontinenz, die im Volksmund auch als „Reizblase“ bekannt ist. Natürlich kommen häufig auch Mischformen vor. Deshalb, so Gabriele Kirch-Thinnes, sei eine sorgfältige Anamnese wichtig.
 
Beide Chefärzte informierten außerdem über die Möglichkeiten eines operativen Eingriffs. Das weibliche TVT-Band habe sich bereits seit über 20 Jahren bestens bewährt, so Kirch-Thinnes. Auch Schließmuskelprothesen für Männer seien ein hervorragendes Mittel, um Lebensqualität zurück zu gewinnen. „Die verschiedenen OP-Methoden werden ganz individuell angewendet, je nach Alter des Patienten und Schwere der Inkontinenz“, erläuterte Frank-Uwe Alles.

Abschließend stellte Barbara Görgen, Krankenschwester und Inkontinenzberaterin, verschiedene Hilfsmittel im Detail vor.  „Auch hier gilt, nicht alles passt für jeden, man muss verschiedenes ausprobieren.“ Infos zum Thema Beckenbodengymnastik gab es bei der Veranstaltung auch vom Merziger Kneippverein, der seit vielen Jahren entsprechende Kurse anbietet.

 

Foto: Harald Kiefer/SHG
3. Juli 2019