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11_B_Biografiearbeit

 

Auf den Spuren früherer Jahrzehnte

Lehrreicher Ausflug in das Lebensgefühl des letzten Jahrhunderts: Den Schülerinnen und Schülern machte das Zurückversetzen in frühere Zeiten viel Spaß.

Für die Biografiearbeit mit demenzerkrankten Menschen ließen Pflegeschüler der SHG Bildung vergangene Zeiten wieder auferstehen

Saarbrücken.
„Willkommen in den 1930er Jahren!“ Yvonne Rassam begrüßte ihre Mitschülerinnen und Mitschüler der Altenpflegeausbildung in einem Raum, der ganz der Vergangenheit gewidmet ist. Möblierung, Alltagsgegenstände, Zeitungen und Zeitschriften, Informationen über Politik, Sport und Kunst – vieles zeichnet das Alltagsleben der 30er Jahre nach. Alles, was den Menschen damals wichtig war. Sogar Kuchen nach alten Rezepten haben die Schüler der SHG Bildung gebacken.
 
Es geht um Biographiearbeit, um so genannte ressourcenorientierte Pflege von älteren Menschen. Ressourcenorientiert bedeutet, dass man da nicht auf die Schwächen schaut, sondern noch vorhandene Fähigkeiten zu aktivieren sucht.
„Um einen alten Menschen adäquat pflegen zu können, sollte man möglichst viel über seinen Lebenslauf und über die Zeit wissen, an die er sich gerne erinnert“, erläutert Verwaltungsleiterin Dagmar Girlinger in ihrer Einführung zum Thema. Menschen mit Demenz lebten fast ausschließlich in der Vergangenheit, weil das Kurzzeitgedächtnis bei dieser Erkrankung eingeschränkt ist, so Organisatorin Elena Hodus, Lehrkraft bei der SHG Bildung.

Das Langzeitgedächtnis, in dem Erlebnisse aus Kindheit und Jugend gespeichert sind, ist bei an Demenz erkrankten Menschen in der Regel intakt. Daher gilt es, ihm mit dem Rückgriff auf Altbekanntes Sicherheit und Vertrautheit in einer Welt zu geben, die für ihn immer fremder wird. Dazu müssen die Pflegenden möglichst viel über die Zeit zu wissen, in der ihr Gegenüber aufgewachsen ist, um ihm Vertrautes wieder nahe zu bringen und ihn so positiv zu beeinflussen.
 
70 Schüler aus vier Klassen der Ausbildungen in der Altenpflege sowie in der Gesundheits- und Krankenpflege haben unter der Leitung von Elena Hodus drei Monate lang recherchiert und anschauliches Material zusammengetragen, um so alle Dekaden von den 30 bis zu den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zum Leben zu erwecken. Nachgeforscht haben sie in der Familie, bei der Oma, und im Internet. „Ich habe oft und lange mit meiner Uroma telefoniert, das war großartig“, berichtete eine der Schülerinnen. Die passenden Kleider der jeweiligen Zeit haben die Schüler sich beim Kostümverleih und beim Staatstheater ausgeliehen.

Erika Herrmann und Vanessa Groß präsentierten die 40er Jahre. „Das waren nicht nur Kriegsjahre, sondern auch die dunklen Jahre der Krankenpflege.“ Sie erzählen von den Hungerjahren nach 1945, von grassierender Tuberkulose und Antibiotika, die denjenigen vorbehalten waren, die Geld hatten, bis 1948 die Sozialversicherung wieder eingeführt wurde. Aber auch vom ersten Nachkriegsfilm, vom Theater, von Tanz und Musik.
 
Natalie Kunst und Anastasie Volpe präsentieren die 50er Jahre. Damals trugen die Krankenschwestern noch Hauben und tanzten in ihrer Freizeit zur Musik von Elvis. Und von Wirtschaftswunder und Rockabilly-Mode. Der Mauerbau, der kalte Krieg und die Beatles dominierten die ersten Jahre der 60er. Gemeinsam mit ihren Team-Kollegen führten Sonja Striebe und Susanne Boch durch dieses Jahrzehnt bis hin zum Prager Frühling, den 68er Unruhen und den Hippies.

Verwaltungsleiterin Dagmar Girlinger zeigte sich nicht nur sehr stolz über dieses Engagement, sie lobte auch die innovativen Ergebnisse, die von den Schülerinnen und Schülern präsentiert wurden.   

www.bildung.shg-kliniken.de

Foto: SHG Bildung
11. Februar 2019


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