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15_Zukunft der Medizin

 

Blick in die Zukunft macht Handlungserfordernisse deutlich

Die SHG-Geschäftsführer Bernd Mege und Alfons Vogtel mit den Referenten Prof. Dr. med. Georg Nollert, Michael Carl und Dr.-Ing. Matthieu Schapranow (r.). Links Moderator Dr. Helmut Isringhaus.
Nach den Vorträgen gab es eine rege Diskussion.

Experten-Forum der SHG zum Thema Digitalisierung und Krankenhausmedizin  

Telemedizin ist aktuell in aller Munde. Digitalisierung im Gesundheitswesen heißt aber weit mehr als nur die Möglichkeit zum Online-Besuch beim Hausarzt. Was Big Data, Digital Health, intelligente Devices, Virtual Reality & Co. für Krankenhäuser zukünftig bedeuten, damit befasste sich ein Kreis hochkarätiger Experten auf Einladung der Saarland-Heilstätten GmbH.     

Wie wird das Krankenhaus der Zukunft aussehen? Welche Weichenstellungen und Veränderungen sind notwendig? Welche Wege dabei könnten sich der Saarland-Heilstätten GmbH empfehlen, um weiterhin wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Vortragsveranstaltung der SHG-Geschäftsführung im Kongresszentrum der SHG-Kliniken Völklingen. Eingeladen waren Vertreter der Gesellschafter des SHG-Konzerns, Mitglieder der Aufsichtsräte, Krankenhausleitungen und Vorsitzende der Betriebsräte. Die Referenten waren Michael Carl, Leiter Analysis & Studies des Leipziger Unternehmens 2b AHEAD ThinkTank, Dr.-Ing. Matthieu Schapranow, Programm-Manager E-Health & Life Sciences beim Hasso-Plattner-Institut in Potsdam und Prof. Dr. med. Georg Nollert, Vize-Präsident Medical Affairs der Biotronik AG, Bülach. Durch die Veranstaltung führte Dr. Helmut Isringhaus, ehemaliger Chefarzt im HerzZentrum Saar, heute medizinischer Berater der SHG.

Eröffnet wurde die Tagung von SHG-Geschäftsführer Bernd Mege. Man wolle sich eine Perspektive verschaffen, wie die Zukunft der Krankenhausmedizin aussehen könnte, so Mege bei der Begrüßung der Gäste. Vorteil der SHG: Der Konzern sei zukunftsträchtiger aufgestellt als andere, betonte Moderator Isringhaus in seiner Einführung. Daher sei man gut beraten, sich ausführlich mit den Möglichkeiten und Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu befassen und daraus die notwendigen Schlüsse für die Weiterentwicklung des Unternehmens zu ziehen.

„Das Krankenhaus als Teil einer vernetzten Welt“ war das Thema für Michael Carl. Der studierte Theologe und Journalist gab einen Überblick über die technologische Entwicklung und legte dar, was heute bereits möglich und morgen wahrscheinlich Realität ist, letztes zumindest aus seiner Sicht. Für den Patienten könne das Krankenhaus - digital dauerhaft mit dem „Kunden“ verbunden - so etwas wie ein ständiger medizinischer Begleiter sein: etwa als „Quelle des Fachwissens, Partner einer Gesundheits-App, Berater in allen medizinischen Fragen und schneller und punktueller Gesundheitsdienstleister“. 

„Was heute technisch schon geht und was andere bereits machen“, stellte Matthieu Schapranow vor. Im Focus: Eine Art „Gesundheits-Cloud“, in die alle Patienten ihre Daten einbinden (lassen) und darüber in den Genuss medizinischer Dienstleistungen kommen, die sich aus der Echtzeit-Bewertung ergäben. Großunternehmen wie Apple oder Google böten Ähnliches schon ihren Beschäftigten an, so der Wissenschaftler, für den „Data-Management“ das ganz große Zukunftsthema im Krankenhaus ist. 

Was an der Verknüpfung von Medizin, Technik und „Big Data“ bereits Realität oder noch Vision ist, damit befasste sich der Arzt und Techniker Georg Nollert. „Medical Devices“ - medizintechnische Geräte wie etwa Herzschrittmacher mit integrierter Software oder gar der Möglichkeit, eine Online-Verbindung aufnehmen zu können -  ermöglichten eine „passgenaue und regenerative“ Patientenversorgung, so Nollert. Tele-Monitoring via Apps beim Patienten sei heute ebenso schon möglich wie die Herstellung von in der Kardiologie benötigten Stents direkt im Krankenhaus via 3D-Drucker. Standardisierte radiologische Befunde, die dezentrale erstellte Diagnosen ermöglichten, seien in den USA teils schon für kleine Preise zu haben. Schließlich das Thema Robotik in Pflege und Service - auf Technik-Messen sei viel zu sehen, was nach Ansicht der Industrie Entlastung für Pflegekräfte bringt. 

Was aus den Erkenntnissen des Tages machen? Die Frage bei der anschließenden Diskussion hieß für Dr. Cem Özbek, Chefarzt der Kardiologie im Herzzentrum Saar, „dass die Krankenhäuser in die Entwicklung ihren Fuß reinkriegen müssen“. Ebenso klar: Ohne Datenschutz und ethische Leitplanken geht es nicht, darin waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig. Was nun anstehe, sei zuerst das Bewusstsein für den Wandel zu schaffen - ein breiter Prozess mit vielen Beteiligten, der intensiv und permanent gemanagt werden müsse. „Den Anfang dazu haben Sie heute gemacht“, so Michael Carl. 

Fotos: Harald Kiefer/SHG
16. Mai 2018