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27. MZG Charta Palliativ

 

Das Thema Sterben in Würde soll noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken

Aufmerksam beobachtet von den Mitakteuren unterzeichneten Lanrätin Daniela Schlegel-Friedrich und Helma Kuhn-Theis für die Landesregierung die Charta.

Charta zur Behandlung schwerstkranker und sterbender Menschen unterzeichnet – Landkreis Merzig-Wadern darf durchaus als Vorbild dienen

Wie geht es weiter, wenn nichts mehr geht? Wenn die Medizin am Ende ist? Wenn nicht mehr die Ursache, sondern nur noch die Symptome der Erkrankung behandelt werden können? Wenn das Leben sich seinem Ende nähert? Die Fragen standen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung der Landesvertretung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz und der Ärztekammer des Saarlandes. In Losheim trafen sich interessierte Bürger, Ärzte und Pflegende aus den Bereichen Palliativmedizin und Hospizarbeit sowie Vertreter aus der Politik, um das Thema Sterben in Würde verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
 
Bereits 2010 haben die DPG und der deutsche Hospiz- und Palliativverband eine Charta, sprich: Leitlinie, zur Behandlung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland verabschiedet. Darin wird das Recht eingefordert, dass jeder Mensch schmerzfrei und mit Unterstützung bis zuletzt ein zufriedenes Lebensende an einem Ort seiner Wahl finden dürfe.

Die Charta wurde bei der Veranstaltung im Saalbau von Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich für den Landkreis Merzig-Wadern und von Helma Kuhn-Theis in Vertretung der saarländischen Landesregierung unterzeichnet. Man sei im Saarland und speziell im Landkreis Merzig-Wadern bereits weiter als anderenorts, so der Tenor, doch es gelte die bestehenden Angebote noch besser zu vernetzen und sie vor allem noch bekannter zu machen.

„Aber wir sind von einer lebenswerten Gestaltung des Sterbens noch weit entfernt“,  betonte Dr. Dietrich Würdehoff, Moderator der Veranstaltung und Sprecher der DGP Landesvertretung Saar. Ein Umdenken, auch seitens der Ärzte, forderte Dr. Bernd Maier, Chefarzt der Medizinischen Klinik III des St.Josef-Hospitals Wiesbaden und Vizepräsident der DGP. „Wenn nichts mehr zu machen ist, gibt es noch viel zu tun“, so die Überschrift zu seinem Vortrag.
 
In einem Rundgespräch stellen die Akteure der palliativen Versorgung und des Hospizwesens im Landkreis Merzig-Wadern ihre Angebote vor und erläuterten deren Verzahnung. Schwerpunkte bilden beispielsweise die palliativen Angebote in den SHG-Kliniken Merzig und im Marienhaus-Klinikum Losheim-Wadern sowie die Spezialisierte Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), bei der zehn Ärzte und 40 Palliativ-Care-Pflegekräfte Patienten in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern zu Hause versorgen „Wir betonen das Leben, aber wir klammern das Sterben nicht aus“, sagte Dr.Heinrich Habig von der SAPV Saarschleife.

Fünf hauptamtliche und rund fünfzig ehrenamtliche Hospizhelfer stehen beim ambulanten Hospiz- und Palliativberatungszentrum Merzig bereit. Sie bieten nicht nur Begleitung für Sterbende, sondern auch Unterstützung für die Familien an. „Wir treffen auf Patienten und Familien in Krisensituationen, und unsere Basis ist, dass wir Zeit mitbringen“, erläuterte Hospizhelferin Christel Schmitt. Die Hilfe, die das Hospizzentrum bietet ist breit gefächert, denn sie reicht vom Spaziergang mit dem Patienten, über eine zeitliche Entlastung der Angehörigen bis hin zur Beratung zur finanziellen Situation.

Auch die beiden Dekanate im Landkreis bieten nicht nur Seelsorge für Sterbende, sondern mit verschiedenen „Trauercafés“ auch Unterstützung für Hinterbliebene an. „Auch Trauer ist ein Tabuthema in unserer Gesellschaft“, weiß Dekanatsreferent Rainer Stuhlträger.

Fotos: SHG/Harald Kiefer
17.11.2016


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