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25. MZG Schlaganfall zählt jede Minute

 

Beim Schlaganfall kommt es wirklich auf jede Minute an

Professor Dr. Matthias Strittmatter (2.v.r.) und sein Team hielten beim Info-Abend auch viele Materialien zum Mitnehmen bereit. In der Bildmitte Oberarzt Dr. Daniel Ostertag, Leiter der Stroke Unit.

Info-Tag im Klinikum Merzig: Neurologen klärten über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten auf

Taubheitsgefühl in einer Körperhälfte? Verlust des Gesichtsfelds? Sprach- oder Sprechstörungen? Doppelbilder? Hängender Mundwinkel? Plötzlich auftretende Schwindelgefühle? Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auftreten, dann ist Eile geboten. „Wählen Sie sofort die 112 und rufen den Notarzt, denn es könnt sich um einen Schlaganfall handeln“, rät Professor Dr. Matthias Strittmatter, Chefarzt der Klinik für Neurologie im SHG Klinikum Merzig. „Es kommt dabei auf jede Minute an.“

Je früher die Behandlung beginnt, desto weniger Nerven- und Gehirnzellen werden geschädigt, desto größer sind die Aussichten auf Wiederherstellung des Patienten.
„Der Erfolg ist abhängig von der Schnelligkeit, mit der die Behandlung begonnen wird“, weiß Strittmatter. „Zeit ist Hirn heißt nicht umsonst einer der Grundsätze der Schlaganfallbehandlung“.

Anlässlich des „Tags des Schlaganfalls“ hatte das Klinikum Merzig zu einem Info-Abend rund um die Erkrankung eingeladen, die nach Herz-Kreislauferkrankungen und Krebserkrankungen bei uns immerhin die dritthäufigste Todesursache darstellt. Rund 550 Menschen erleiden täglich in Deutschland einen Schlaganfall, und mehr als eine halbe Million Menschen müssen täglich mit den Folgen eines Schlaganfalls kämpfen. Auch die Kosten sind enorm: Rund 108 Milliarden Euro werden bundesweit in den kommenden 20 Jahren für die Nachbetreuung von Schlaganfall-Patienten aufgewendet werden müssen, schätzt Oberarzt Dr. Daniel Ostertag, Leiter der „Stroke Unit“, der Spezialstation zur Behandlung von Schlaganfällen in Merzig.
 
„Nicht erst den Hausarzt anrufen, gleich den Notarzt kommen lassen“, mahnen die Fachmediziner. Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? „Ganz vorne steht eine genaue Diagnose mittels CT“, sagt Strittmatter. Denn 80 Prozent der Schlaganfälle entstehen durch Gefäßverschluss, etwa 20 Prozent durch eine Blutung im Gehirn, und beide Ursachen bedingen ein völlig unterschiedliches Vorgehen. Besteht ein Verschluss, versuchen die Neurologen das Gefäß schnell wieder durchgängig zu machen. Wichtig und effektiv ist auch der frühe Beginn einer Reha. Hierdurch kann das Gehirn häufig dazu gebracht werden, dass gesunde Gebiete die Arbeit des durch den Infarkt zerstörten Areals übernehmen.

Aber man kann auch vorbeugen, denn es gibt viele vermeidbare Risikofaktoren. Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte sind beispielsweise Dinge die der Patient selbst beeinflussen kann. Ein frühes Warnzeichen das auf einen kommenden Schlaganfall hinweisen kann, sind die sogenannten „TIAs“, die „Transitorisch-ischämischen Attacken“ bei denen die Schlaganfallsymptome nur kurzfristig auftreten und wieder verschwinden. Solche TIAs sollten unbedingt vom Neurologen behandelt werden, denn jeder achte Patient bekommt innerhalb eines Jahres einen Schlaganfall, jeder dritte in den kommenden fünf Jahren. Sorgen macht den Neurologen vor allem die Tatsache, dass die Anzahl der Schlaganfälle aufgrund des Risikofaktors „Alter“ ständig zunimmt. Ein dringender Grund mehr, die Bevölkerung zu informieren, findet Strittmatter. „Sagen Sie weiter, was Sie hier gehört haben“, forderte er seine Zuhörer zum Abschied auf.

Foto: Harald Kiefer/SHG
28.10.2016


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