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8. Merzig Palliativforum

 

Wie Humor unheilbar Kranken im Alltag helfen kann

Über Humor in der Palliativmedizin sprach der Neurologe Professor Dr. Matthias Strittmatter.

Im „Palliativforum Südwest“ tauschen sich Ärzte, Pflegende und andere in der Betreuung unheilbar Kranker tätige Berufsgruppen regelmäßig über die neuesten Erkenntnisse in der Palliativmedizin aus. Gastgeber diesmal: Die Klinik für Innere Medizin II des Klinikums Merzig mit Chefarzt Dr. Peter Henkel.

„Wir sind im Landkreis Merzig-Wadern in der Palliativversorgung gut aufgestellt“, freute sich Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich in ihrem Grußwort. Es sei ein schwieriges und belastendes Arbeitsfeld, das multiprofessionelle Zusammenarbeit erfordere. Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld stellte die gute Entwicklung hin zum Gesundheitscampus heraus, an dem mit der Palliativstation des Klinikums sowie der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) zwei wichtige Akteure tätig sind.  

Lachen ist die beste Medizin, sagt der Volksmund. Aber Humor in der Palliativmedizin? Darf man das? Die Frage beantwortet Professor Dr. Matthias Strittmatter mit einem klaren Ja. „Humor ist ein Wechsel der Perspektive. Oft machen die Patienten das von selbst“, weiß der Chefarzt der Klinik für Neurologie.

Humor bringe Leichtigkeit und biete die Chance, Distanz zur Krankheit und gleichzeitig Nähe zwischen Menschen zu schaffen, so Strittmatter. Nicht nur bei Patienten, sondern auch für die Mitarbeiter. Mitfühlen und Wertschätzung gehören dazu. Leider sei die wohltuende Wirkung des Lachens weniger erforscht als die negativen Auswirkungen von Depression, Angst und Wut. Einige Ergebnisse seien dennoch vorzuweisen, von der Senkung der Stresshormone bis hin zur Steigerung der Kreativität.
 
Über den Einsatz von Cannabis in der Palliativmedizin berichtete Professor Dr. Sven Gottschling, Chefarzt des Zentrums für Palliativmedizin an der Uniklinik Homburg. Cannabis-Wirkstoffe seien bislang noch wenig erforscht. Der Grund: Sie können als Naturprodukt nicht geschützt werden, so dass die Wirtschaft die hohen Kosten für sichere Studien scheut. Gottschling selbst hat mit dem Einsatz von Cannabinoiden seit mehr als 15 Jahren Erfahrung.

In der Tumortherapie seien die idealen Einsatzgebiete für Cannabispräparate Übelkeit und Erbrechen, die durch hohe Medikamentierung hervorgerufen werden, sowie Appetitlosigkeit, von der viele Patienten betroffen sind. Als Medikament zur reinen Schmerzlinderung hält Gottschling Cannabinoide weniger geeignet, es sei denn zur Spannungslösung bei einer Spastik. Im Übrigen sei es bei Cannabis wie mit jedem Wirkstoff: „ Die Dosis macht das Gift“.

Über ethische und juristische Aspekte im Umgang mit Herzschrittmachern und CRT-Devices sprach der Kardiologe Axel Steilmann, Oberarzt im Herzzentrum Saar der SHG-Kliniken Völklingen.

Fotos: Harald Kiefer/SHG
18.4.2016

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