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Symposium KJPP

 

Leistungsstark, flexibel und Neuem stets aufgeschlossen - SHG-Kinder- und Jugendpsychiatrie stellte ihr Zukunftskonzept vor

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KJPP) der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Mit 46 stationären Betten und 60 Tagesklinikplätzen an mehreren Standorten im Saarland und Rheinland-Pfalz verfügt sie heute über das vergleichsweise größte Angebot im Südwesten Deutschlands. Beim Symposium „Kinder- und Jugendpsychiatrie der Zukunft“ in den SHG-Kliniken Sonnenberg in Saarbrücken stellte die KJPP vor zahlreichen Zuhörern, darunter niedergelassene Mediziner und Therapeuten sowie Mitarbeiter aus der Jugendhilfe, ihre Therapiekonzepte vor.    

Verbesserte Therapien bedeuten stets auch bessere Behandlungsmöglichkeiten. Dabei werden aber immer wieder neue Herausforderungen an die Kinder- und Jugendpsychiatrie herangetragen, erläuterte die Leitende Psychologin der KJPP, Andrea Dixius. Dies zieht sich von praktischen Dingen wie neuen Entgeltsystemen über neu auftauchende Problemfelder bis hin zu einer großen Heterogenität der Patienten.

Chefärztin Professor Dr. Eva Möhler nimmt diese Herausforderungen gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerne an: „Flexibilität und das Gehen neuer Wege ist eine der Haupteigenschaften der KJPP.“ Zu diesen neuen Wegen die in der KJPP gegangen werden, gehört das Verfahren der Trauma-fokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (Tf-KVT). Das Verfahren, das für Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren in Frage kommt und über 12 Wochen ambulant durchgeführt wird, hat eine hohe Akzeptanz bei den kleinen Patienten und eignet sich auch bei Traumata durch Missbrauch, Misshandlung oder Trennung. Die Ergebnisse einer zusammen mit der Universitätsklinik Ulm durchgeführten Studie sollen in Kürze vorgestellt werden.

Neu ist auch ein multimodaler Ansatz der Therapie von Ess-Störungen in der Klinik in Idar-Oberstein. Durch die Beteiligung der Kinderärzte können dort jetzt auch Patienten behandelt werden, die normalerweise nicht in einer psychosomatischen Klinik aufgenommen werden könnten, berichtete Andrea Dixius.
Sich zu konzentrieren kann man lernen, und zwar mit Hilfe des Neurofeedbacks, so Reinhold Henß, leitender Oberarzt der KJPP, in seinem Vortrag. Durch die Methode erhält der Patient Informationen darüber, wie er Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung steuern kann. Die Behandlung umfasst etwa 30 bis 50 einstündige Sitzungen. Erfolgreich ist sie nicht nur bei hyperaktiven Kindern, sondern auch bei Autismus, Schlafstörungen und Tinnitus.

Seit 2010 ist die KJPP für eine Behandlung von Jugendlichen mit der dialektisch-behavioralen Therapie (DBT-A) zertifiziert. Die DBT-A war ursprünglich die Therapie der Wahl bei Borderline-Störungen, wird aber inzwischen auch bei vielen anderen Störungsbildern erfolgreich angewandt, berichteten die Therapeuten Stephan Schmitt-Dier und Tanja Usner. Angeregt durch den großen Erfolg der DBT-A bei Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren, überlegt man in Kleinblittersdorf derzeit, wie sich das Therapieprinzip ins Kindesalter übertragen lässt.  

Ein erfolgreicher Baustein der multimodalen Therapie in der KJPP Kleinblittersdorf  ist  die Erlebnistherapie. Neben Kanufahren und Reiten ist der Therapeutische Hochseilgarten des Hauses eine wichtige Möglichkeit für die jungen Patienten, neue Erfahrungen zu machen, vorhandene Stärken aufzuspüren und die Wahrnehmung zu fördern. Der Hochseilgarten wurde 2011 komplett erneuert und bietet niedrige wie auch hohe Elemente an, so dass jeder den Grad seiner Erfahrung selbst bestimmten kann. Dadurch werde auch die therapeutische Beziehung gefestigt, erläuterte der Erlebnistherapeut Fabian Justinger.

Ganz neu ist der Bereich des Therapeutischen Teamsports. Geleitet von Florian Wiehn und Onur Kirik, beide auch ehrenamtliche Trainer im Leistungszentrum des 1.FC Kaiserslautern, werden in der Fußball-AG Achtsamkeit, Reaktionsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität, Frustrationstoleranz und Rücksichtnahme trainiert. Um eine Kontinuität nach der Entlassung zu gewährleisten, wird das Projekt zurzeit an verschiedene Sportvereine angebunden. Das erfolgreiche Konzept soll auch auf andere Standorte übertragen werden.

Ganz wichtig ist das Einbeziehen von Eltern und Bezugspersonen in die Therapie. Hier hat sich das ressourcenorientierte Videofeedback bewährt, so Professor Eva Möhler. Dabei lassen sich die Eltern in der Interaktion mit ihren Kindern filmen und arbeiten danach zusammen mit den Therapeuten die positiven, die Gemeinsamkeit fördernden Aspekte heraus.

Ein besonderes Angebot der KJPP richtet sich an Mitarbeiter der Jugendhilfe. In einem dreitägigen Workshop mit viel Rollenspiel und Videofeedback lernen sie Situationen, aus denen Gewalt und Aggression entstehen kann, zu erkennen und zu entschärfen. Seit 2010 haben Oberarzt Falk Triem und Tanja Usner rund 200 Teilnehmer in diesem Kooperationsprojekt von Jugendhilfe, somatischen Kliniken und KJPP in verschiedenen Deeskalationstechniken geschult.

Fotos: SHG
2.2.2015

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