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Neurochirurgen entschlüsseln wichtige Funktion eines Moleküls bösartigen Hirnkrebses

 

Hirnkrebs: Neurochirurgen entschlüsseln wichtige Molekül-Funktion

Neurochirurgen des Klinikums Idar-Oberstein haben eine wichtige Funktion eines Moleküls des bösartigen Hirnkrebses entschlüsselt. Ein von Chefarzt Priv. Doz. Dr. Jochen Tüttenberg und Oberarzt Dr. Marin Guentchev geleitetes internationales Ärzteteam konnte im Rahmen einer Studie zeigen, dass das Gen IDH1 einen für die Aggressivität des Glioms zentralen molekularen Signalweg blockiert und somit zu einer besseren Prognose für den Patienten führt. Dieser Signalweg innerhalb der Tumorzellen dient der Ausbreitung und dem Wachstum der Krebszellen. Wird dieser behindert, hemmt das in Folge auch die Entwicklung des Tumors. Die Forscher hoffen, dass auf Basis dieser Ergebnisse neue erfolgreiche Therapieansätze auch bei anderen Krebserkrankungen entstehen werden, bei denen das Gen nicht mutiert ist.

Gliome sind primäre Tumore des Gehirns, die aus den so genannten Gliazellen, den Stütz- und Isolierungszellen der Nervenzellen, hervorgehen. Das häufigste Gliom ist das Glioblastom. Es gehört zu den bösartigsten Krebserkrankungen überhaupt. Trotz intensiver Therapie versterben die meisten daran erkrankten Patienten innerhalb eines Jahres. Ein Teil der Gliome weist allerdings eine Mutation des Gens IDH1 auf, und diese Tumore weisen eine deutlich bessere Prognose auf, obwohl in der Regel Genmutationen bei Krebserkrankungen zu aggressiverem Verhalten der Tumorzellen führen. Das mutierte Gen tritt gehäuft bei jungen Patienten mit Gliomen (hirneigener Krebs) auf.

Bis dato ist jedoch der Mechanismus, der zur geringeren Aggressivität dieser mutierten Tumore führt, unklar. Mit ihren Forschungen ist es Idar-Obersteiner Neurochirurgen gelungen, erstmals ein Teil dieses Mechanismus aufzudecken: Das mutierte IDH1-Gen produziert ein bestimmtes Enzym. Weitere Zellkulturexperimente mit menschlichen Glioblastomzellen zeigten, dass dieses Enzym die Aktivierung des PI3K/Akt-Signalweges dosisabhängig hemmt. Damit gelang dem Forscherteam eine der derzeit wichtigsten Fragen der experimentellen Neuro-Onkologie zu beantworten. Besonders von Interesse ist, dass es sich um einen körpereigenen, extrem potenten Hemmer des in der Onkologie wichtigen Signalweges handelt. Untersucht wurden mehr als 350 Gliompatienten.

Die Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Universität Heidelberg, der Universität Wien und der Medizinischen Universität Sofia und ist kürzlich in der renommierten Zeitschrift „Cancer“ publiziert worden.

Bildtext: Oberarzt Dr. Marin Guentchev (links) und Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Jochen Tüttenberg von der Klinik für Neurochirurgie am Klinikum Idar-Oberstein.

Foto: SHG


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