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BAGGS

 

Berufsakademie für Gesundheit- und Sozialwesen Saarland (BA GSS) beschreitet neue Wege

Mit Beginn des Wintersemesters 2012 nahm die BA GSS in Trägerschaft der Bildungsgesellschaft für Gesundheit- und Sozialwesen Saarland gGmbH ihren Lehrbetrieb auf (siehe auch www.bagss.de).

Erstmals können junge Menschen im Saarland in den Gesundheitsfachberufen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege, Ergotherapie und Physiotherapie innerhalb eines Bachelorstudiengangs neben den Studienabschlüssen Bachelor of Science (B.Sc.) und Bachelor of Arts (B.A., Managementstudiengang) auch qualifizierende Berufsabschlüsse erwerben.

Ab dem Wintersemester 2013 werden weitere 90 Studenten ihr Studium aufnehmen. Als vierter Studiengang wird - nach der Akkreditierung im Mai dieses Jahres - der Studiengang „Management in Organisationen des Gesundheitswesens“ den Lehrbetrieb aufnehmen.  

Durch die Integration der Berufsausbildung in die Studiengänge wird einer Entwicklung Rechnung getragen, die sich durch die Öffnung des europäischen Binnenmarktes zu einem einheitlichen europäischen Wirtschafts- und Dienstleistungsraum ergibt. Analog zu den europäischen Ausbildungsstrukturen gibt es zukünftig auch im Saarland akademisch ausgebildete Angehörige der Gesundheitsfachberufe, die in enger Verzahnung zwischen  Ergo-, Physiotherapeuten und Pflegefachkräften eine qualitativ hochwertige Versorgung der saarländischen Bevölkerung mit Gesundheits¬leistungen garantieren werden.

Ermöglicht wird diese Form ausbildungsintegrierter Studiengänge durch Modellklauseln in den jeweiligen Berufegesetzen der genannten Gesundheitsfachberufe. Unter dem Aspekt der demografischen Entwicklung, der europäischen Entwicklung, aber auch der Professionalisierung der Gesundheitsfachberufe sollen neue Möglichkeiten der Berufsqualifikation erprobt werden, um dem zukünftig wachsenden Bedarf an professionellen Gesundheitsleistungen angemessen zu begegnen.

Dazu wurde im Sachverständigen Gutachten zum Gesundheitswesen 2007 bereits Impulse gesetzt. Neben der Aufgabenneuverteilung wurde – gestützt auf ausländische Studien – die Mehrstufigkeit von Qualifikationen in den einzelnen Berufen empfohlen. Im Pflegeweiterentwicklungsgesetz hat der Gesetzgeber die Möglichkeit eröffnet, dass heilkundliche Tätigkeit auch durch Gesundheitsfachberufe erbracht werden kann. Die Umsetzung dieser Möglichkeiten in Modellvorhaben ist derzeit heftig umstritten. Mit den Studiengängen werden die qualifikatorischen Voraussetzungen geschaffen, dass die genannten Berufsgruppen ihre Leistungen auch auf die Bereiche gesundheitliche Aufklärung, Prävention und Beratung erweitern und den Versorgungsprozess von der Leistungsverordnung bis zur Erfolgsbewertung der Maßnahmen eigenverantwortlich steuern.  

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung Themenreport „Pflege 2030“ sind derzeit in der Bundesrepublik ca. 2,5 Millionen Menschen von Pflegebedürftigkeit betroffen. Diese Zahl wird sich im Zuge der demografischen Veränderungen drastisch erhöhen, während über verschiedene Studien prognostisch ein Fehlbedarf von 500 000 allein an professionell Pflegenden ermittelt wird (zum Vergleich: in der gesamten Automobilbranche in Deutschland gibt es derzeit ca. 730 000  Beschäftigte).

Mit der Einrichtung des Studienganges Management in Organisationen des Gesundheitswesens wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Leistungserbringung im Gesundheits- und Sozialbereich hinsichtlich der dort notwendigen Organisation und Verwaltung immer komplexer geworden ist. Zahlreiche spezifische rechtliche und wirtschaftliche Regelungen erfordern ein umfangreiches gesundheitswirtschaftliches Wissen und die daraus resultierenden Handlungskompetenzen, die in diesem Studiengang vermittelt werden.
Insbesondere der Umgang mit den immer knapper werdenden personellen Ressourcen im Gesundheitswesen macht spezielle Führungskompetenzen erforderlich, die zunehmend für den wirtschaftlichen Erfolg der sozialen Einrichtungen ausschlaggebend sind.

Das Saarland ist in mehrfacher Hinsicht von dieser Entwicklung besonders stark betroffen:

- Der demografische Wandel wirkt sich im Saarland verstärkt aus
- Durch ein akademisches Ausbildungsangebot wird das Saarland als Ausbildungsstandort überregional interessant
- Durch die zentrale Lage wirken sich die im Vergleich zu den Nachbarländern eher geringen Verdienstmöglichkeiten und das schlechte Image der Gesundheitsfachberufe negativ auf die Bindungskraft des Fachpersonals und die Attraktivität bei den potentiellen Bewerbern für die Berufsgruppe aus    


Daher ist es für die Träger der BA GSS ein wichtiges Anliegen, jungen Menschen aus der Region eine attraktive Perspektive zu schaffen, damit sie ihre Fähigkeiten und Potentiale für die Region einbringen. Auf diese Weise kann auch zukünftig unter den eher ungünstigen Prognosen eine hochwertige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gewährleistet werden.

Gesellschafter der Bildungsgesellschaft für Gesundheit- und Sozialwesen Saarland gGmbH sind die Saarland-Heilstätten GmbH, Victor´s Betreuungsdienste Brandenburg GmbH (Pro Seniore) und das Kreiskrankenhaus St. Ingbert GmbH.


Bildtext:

Stellten die neue Hochschule im Rahmen einer Pressekonferenz vor (v.r.n.l.): Rektor Dr. Franz Lorenz, BAGSS-Aufsichtsratsvorsitzender Volker Schmidt, die Geschäftsführer Alfons Vogtel und Thomas Grün sowie Uwe Kunz, Prokurist des Gesellschafters Kreiskrankenhaus St. Ingbert GmbH.


Foto: SHG

1.10.2013

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