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Zuerst für Barrierefreiheit in unseren Köpfen sorgen

 

"Zuerst für Barrierefreiheit in unseren Köpfen sorgen"

Das Thema "Inklusion" stand im Mittelpunkt eines Seminartags im Lehrinstitut für Gesundheitsberufe der SHG

„Wer von Inklusion spricht, darf Exklusion nicht verschweigen“, sagt der Behindertenpädagoge Wolfgang Jantzen, zuletzt Forschungsgastprofessor am Zentrum für Erziehung und Sozialwissenschaften in Sao Carlos (Brasilien). Die von dort mitgebrachten Bilder hungernder Kinder, die auf Müllkippen nach Essbarem stochern, unterstreichen sein Anliegen: Menschenwürdige Verhältnisse für alle und überall auf der Welt. Alles was nicht der Menschenwürde entspricht, ist Exklusion, ist Ausgrenzung, sagt Jantzen und fordert ein neues Denken: „Denn Inklusion kann nicht losgelöst von den gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnissen betrachtet werden. Inklusion braucht gravierende Veränderungen im Großen wie im Kleinen“.

Das Thema Inklusion unter bildungspolitischen und kulturellen Gesichtspunkten zu betrachten hatte sich der Seminartag „Inklusion/Institution/Emanzipation“ im Lehrinstitut für Gesundheitsberufe der Saarland-Heilstätten GmbH (SHG) in Brebach zur Aufgabe gemacht. Dabei ging es auch um die Inklusion behinderter Menschen – die UN-Behindertenrechtskonvention fordert die „vollständige und gleichberechtigte Teilnahme behinderter Menschen an allen gesellschaftlichen Prozessen“ – aber eben nicht nur darum.

Bildungsminister Ulrich Commercon hatte in seinem Grußwort der komplexen Betrachtungsweise von Professor Jantzen schon vorgegriffen, indem er dazu aufrief, mit weit verbreiteten Missverständnissen über das eigentliche Ziel von Inklusion aufzuräumen. Das Recht auf Inklusion stehe nicht alleine behinderten Menschen oder benachteiligten Schulkindern zu, sondern allen Menschen. „Wir müssen zuerst für Barrierefreiheit in unseren Köpfen sorgen“, so Commercon. „Dabei müssen wir die Gesellschaft in ihrer ganzen Breite mitnehmen, unsere Wertmaßstäbe gemeinsam überprüfen und möglichst einen neuen Konsens finden“.

Die UN-Behindertenrechtskonvention habe dem Thema Inklusion in Deutschland den entscheidenden Kick gegeben, waren sich die Teilnehmer der anschließenden Diskussionsrunden einig. „Sie kann der Schlüssel zu Veränderungen sein“, sagte Ilse Blug, Geschäftsführerin von „Miteinander leben lernen“. Weitere Teilnehmer im Podium waren Dunja Fuhrmann, Behindertenbeauftragte der Stadt Saarbrücken, Dr. Franz Lorenz, Rektor der Bildungsgesellschaft für Gesundheits- und Sozialwesen Saarland, Günter Hoff, Vorsitzender der Landesfachkonferenz Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und Manuela Gerting, Mutter einer Tochter mit Handicap und Grundschullehrerin. Breiten Raum nahm auch die Frage ein, was Institutionen zur Verwirklichung von Inklusion beitragen können.                   


Bildtext: Forderte ein neues Denken: Professor Wolfgang Jantzen (Bildmitte), hier im Gespräch mit Bildungsminister Ulrich Commercon, SHG-Geschäftsführer Dr. Kurt Wahrheit (l.), Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer (2.v.l.) und Lehrinstitutsleiter Thomas Grün (r.).

17.6.2013


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