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Mit Lungenimplantaten gegen die Atemnot

Lungenzentrum Saar der SHG-Kliniken Völklingen setzt neue bronchoskopische Verfahren ein

Das Lungenvolumen verkleinern, damit der Mensch wieder besser atmen kann - was zunächst paradox klingt, kann Patienten mit Lungenemphysem große Erleichterung verschaffen. Wenn es nämlich gelingt, jene überblähten und für die Atemmechanik eher hinderlichen Teile des Lungengewebes auszuschalten, bekommt der Patient wieder besser „Luft“ und seine körperliche Leistungsfähigkeit wird somit wieder gesteigert.         

Das Lungenzentrum Saar der SHG-Kliniken in Völklingen ist eines der wenigen medizinischen Fachzentren Deutschlands, das mit dem Einsetzen kleiner Metallspiralen - so genannter Coils - eine neue Methode zur Emphysemtherapie anwendet. Erste Patienten wurden bereits erfolgreich behandelt. „Die Anfänge sind viel versprechend“, sagt Chefarzt Professor Dr. Harald Schäfer.      

Bei dem minimal-invasiven Eingriff werden die Coils mittels Endoskop in die Luftwege der Lunge implantiert, damit die am stärksten vom Emphysem befallenen Teile des Lungegewebes komprimiert werden. „So können sich die gesünderen Teile der Lunge entfalten und ihre Funktion effizienter ausüben. Das vermindert die Atemnot“, erläutert der Pneumologe.    

Positiv sind alle bisherigen Studien auch bei einem weiteren bronchoskopischen Verfahren, das im Lungenzentrum gleichfalls Anwendung findet. Hierbei werden miniaturisierte Ventile - vergleichbar mit kleinen aufklappbaren Schirmen - in die Bronchien eingesetzt, um das Emphysem zu entblähen. Anders als die Coils, die in der Lunge verbleiben, können die Ventile, falls notwendig, wieder entfernt werden. Schäfer: „Der Emphysemtyp beim Patienten entscheidet darüber, welches Verfahren für ihn jeweils am besten geeignet ist“.   

Ausgangspunkt des Einsatzes innovativer Methoden im Lungenzentrum Völklingen ist die chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD). „Sie zählt mittlerweile aufgrund ihrer Häufigkeit zu den Volkskrankheiten, mit leider steigender Tendenz“, weiß der Chefarzt. Viele Patienten mit fortgeschrittenem Erkrankungsstadium entwickelten dabei aufgrund der zunehmenden Zerstörung des Lungengewebes ein Lungenemphysem mit der Folge einer deutlichen Einschränkung der Belastbarkeit.

Eine Heilung der Erkrankung ist bis heute nicht möglich“, so Schäfer, „allenfalls eine Symptomlinderung durch Medikamente“. Daher müsse es nun darum gehen, die körperliche Belastungsfähigkeit der Patienten weiter zu verbessern. Hierzu böten die neuen bronchoskopischen Verfahren - auch auf Grund neuerer technischer Entwicklungen - eine gute Chance. Allerdings sei eine sorgfältige Indikationsstellung und Patientenauswahl zwingend notwendig, da nicht jeder Patient mit Lungenemphysem für ein solches Verfahren geeignet ist.

Foto: Professor Dr. Harald Schäfer, SHG


8.5.2013



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