AAA    Standort    

Geborgenheit durch Kompetenz und Freundlichkeit.

Druckersymbol  

2. VK_2.Hyienetag

 

Experten referierten über die Virengefahr aus dem Ausland

Über 200 interessierte Besucher beim 2. Saarländischen Hygienetag in die SHG-Kliniken Völklingen

Um die „Virengefahr aus dem Ausland“ ging es beim 2. Saarländischen Hygienetag im Kongresszentrum der SHG-Kliniken Völklingen. Über 200 Fachleute und interessierte Laien waren gekommen, um sich mit den vielfältigen Aspekten rund um das Thema vertraut zu machen. Die Referenten waren hochkarätig: Friedrich von Rheinbaben, Mikrobiologe und Virologe, auch Autor mehrerer Fach- und Lehrbücher, und der Hygiene-Fachmann Heinz Ulrich Koch.

Klimaerwärmung, wachsender Reiseverkehr und internationaler Handel, aber auch die Überalterung der Gesellschaft sind unter anderem die Ursache dafür, dass sich neue Virusinfektionen in Deutschland ausbreiten können. Rheinbaben sieht in der aktuellen Migrationswelle kein gesundheitliches Problem: „Die Infektionsgefahr ist weit geringer als gedacht“. Ein höheres Augenmerk müsse künftig der Tuberkulose gelten. Aber das habe nichts mit der steigenden Zahl an Flüchtlingen zu tun.
 
Ein Problem sieht von Rheinbaben in den viralen Kinderkrankheiten, die man bereits ausgerottet glaubte, wie etwa Masern oder Kinderlähmung. Die Impfbereitschaft sei stark gesunken. Gefährlich sei das vor allem für Erwachsene. „Niemand in diesem Raum, würde eine frische Maserninfektion überleben, wenn er nicht immunisiert ist“, so der Virologe. Also immer auf einen gültigen Impfschutz achten, besonders auch vor Fernreisen.

Das gefährlichste Virus ist laut Rheinbaben immer noch das Influenzavirus. Es verändere sich selbsttätig: „So entstehen immer wieder neue Virenformen, die das menschliche Immunsystem nicht erkennen kann.“ Nicht zuletzt deshalb sei das Influenzavirus das tödlichste Virus, mit etwa 50 000 Opfern im Jahr.

Hygiene-Fachmann Heinz Ulrich Koch, Amtsarzt im pfälzischen Primasens, ist auch Gründungsmitglied der Fachgruppe Seuchenschutz des Robert-Koch-Instituts, das sich immer dann eingeschaltet, wenn es um hochgradig ansteckende und gefährliche Infektionen geht. Sie hat bundesweit sieben Kompetenzzentren zur Diagnostik und Behandlung hochinfektiöser und gefährlicher Krankheiten eingerichtet. Diese Zentren - Sonder-Isolierstationen mit spezieller Ausstattung und eigens geschultem Personal - sind von jedem Punkt Deutschlands in maximal zwei Stunden erreichbar.  

Laut Koch war es durch dieses effektive Management hochinfektiöser Erkrankungen beispielsweise ein Erfolg, dass 2010 vergleichsweise wenige Bundesbürger infolge der H1N1-Pandemie, der so genannten „Schweinegrippe“ - an einer Infektion sterben mussten. „Hoch ansteckende Erreger haben auch Spielregeln. Und diese können wir uns nutzbar machen“, so der Experte. So seien die Erreger in der Regel überaus empfindlich gegen Desinfektionsmittel.

Bildtext:
Verwaltungsdirektor Rudolf Altmeyer begrüßte die Referenten Priv.-Doz. Dr. Dr. Friedrich von Rheinbaben und Dr. Heinz Ulrich Koch. Rechts Hygienearzt Dr. Franz Hausinger. Die SHG-Kliniken Völklingen sind eines der wenigen saarländischen Krankenhäuser mit eigenem Hygienearzt.       

Foto: SHG
22.1.2016


Pressemitteilung - Download als PDF

Zurück zur Übersicht Pressemitteilungen