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Begleitetes Wohnen

 

Interessantes Modell auch für Menschen mit geistiger Behinderung

Fachtagung „Begleitetes Wohnen in Familien“ warf Blick über die Ländergrenzen

Drei Tage lang waren rund 170 Teilnehmer aus sechs Ländern bei der Fachtagung „Begleitetes Wohnen in Familien“ in Völklingen zu Gast. Dabei lernten sie auch ein weinig die touristischen Seiten des Saarlandes kennen. Wesentliche Erkenntnisse der Experten: Wenn es bei der Finanzierung und bei den Gastfamilien stimmt, ist das betreute Wohnen für psychisch kranke Menschen eine erfolgreiche Alternative. Beispiele aus Frankreich machten deutlich, dass das Modell auch für Menschen mit geistiger Behinderung geeignet ist.           

„Europäische Gastfamilien: Themen, Trends und Analysen“ hieß der Thema der Fachtagung, zu der Gesundheits- und Sozialministerin Monika Bachmann die Schirmherrschaft übernommen hatte. Zugleich gab es in Völklingen das 20-jährige Bestehen der Psychiatrischen Familienpflege zu feiern, die sich seit 1995 aus kleinsten Anfängen heraus zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat.
 
Und darum geht´s: Psychisch kranke Menschen, deren akute Krankheitsphase abgeklungen ist, brauchen oft noch Unterstützung im Alltag um ein Wiederaufflackern der Krankheit zu vermeiden. Die finden sie in Gastfamilien im Rahmen des betreuten Wohnens. Sie geben ihnen Zuwendung, Geborgenheit und Tagesstruktur. Bislang hat das Zentrum für Psychiatrische Familienpflege 118 Menschen in Gastfamilien vermittelt. Die Zahlen belegen den Erfolg des Projekts: Klienten, die in Gastfamilien leben, benötigen  wesentlich seltener einen erneuten Krankenhausaufenthalt als diejenigen die alleine leben. Finanziert wird das Projekt über das Landesamt für Soziales.

Im Zentrum der Tagung stand der Blick über den Tellerrand, besonders darauf, wie die Familienpflege in anderen europäischen Ländern gehandhabt wird. Namhafte Referenten aus Belgien, Italien und Frankreich berichteten über ihre Ideen, Konzepte und Arbeitsbedingungen. Der Kern aller Vorträge sei im Wesentlichen derselbe, resümierte Reinhold Eisenhut, Sprecher des Fachausschusses „Betreutes Wohnen in Familien“ der deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie: „Eine vernünftige Finanzierung und eine gute Betreuung der Gastfamilien sind das A und O.“

„Interessant für mich war vor allem der Vortrag der französischen Psychologin Nora Beutner-Arh über Gastfamilien in der Bretagne“, berichtet Dr. Claudia Birkenheier, Chefärztin der Psychiatrie in den SHG-Kliniken Völklingen, zugleich Gastgeberin der Tagung. Dort gibt es klar definierte Strukturen und auch klar definierte Wege. „Mit Sicherheit sinnvoll“ ist für Dr. Birkenheier auch ein bei der Tagung vorgestelltes Konzept, Menschen mit geistiger Behinderung in Familien unterzubringen. Gerade für sie könnten die Zuwendung und die positiven Gegebenheiten einer Gastfamilie  heilsam sein und ihnen Sicherheit geben.

Begonnen hatte die Fachtagung mit einem festlichen Empfang. Ministerin Bachmann würdigte das Völklinger Zentrum als „ältestes und erfolgreichstes Projekt dieser Art im Saarland“. Den SHG-Aufsichtsratsvorsitzenden, Regionalverbandspräsident Peter Gillo, freute vor allem das „zutiefst warme und menschliche Verhältnis zwischen Familie und Gast“. SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel wies darauf hin, dass so der „Drehtüreffekt sich wiederholender stationärer Aufenthalte“ in Krankenhäusern verhindert werde. Als kulturelle Highlights standen für die Kongressteilnehmer eine Besichtigung des Saarbrücker Schlosses und des Weltkulturerbes Alte Völklinger Hütte auf dem Programm.

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Beim festlichem Empfang (v.l.): Ministerin Monika Bachmann, SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel, Chefärztin Dr. Claudia Birkenheier, Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und Fachausschussvorsitzender Reinhold Eisenhut.

Fotos: Harald Kiefer/SHG

5.10.2015


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